Für die meisten Paare gilt, dass der Mann etwas älter ist als die Frau. Warum das so ist, haben nun Wiener Forscher herausgefunden.
In vielen Kulturen weltweit beobachtet man, dass ältere Männer jüngere Frauen bevorzugen und umgekehrt. Warum dies so ist, haben nun Wiener Forscher möglicherweise herausgefunden.
Männer sind meist älter als ihre Partnerin. (© Foto: iStock)
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Wie Susanne Huber von der Universität Wien und Martin Fieder von der Veterinärmedizinischen Universität Wien berichten, bekommen solche Paare die meisten Kinder. (Biology Letters, DOI: 10.1098/rsbl.2007.0324)
Demnach wäre die Altersvorliebe der Geschlechter, die zu dem Altersunterschied bei Paaren führt, eine in der Evolution erworbene Eigenschaft, die dazu dient, sich möglichst erfolgreich fortzupflanzen.
Die Forscher untersuchten dazu eine Datenbank aus Schweden, in der etwa 10.000 Männer und Frauen der Geburtsjahrgänge 1945 bis 1955 erfasst sind.
Unter den Vätern und Müttern, die sich zwischen der Geburt des ersten und letzten Kindes nicht voneinander trennten, hatten jene Männer den meisten Nachwuchs, deren Partnerin sechs Jahre jünger war. Unter den Frauen waren es jene mit einem vier Jahre älteren Partner.
Bei Paaren, die sich trennten, suchten sich Männer eine neue Partnerin, die jünger war als die Ex. Die Ursache ist vermutlich die mit dem Alter abnehmende Fruchtbarkeit der Frauen.
Auch Frauen gingen meist Beziehungen mit einem neuen Mann ein, der jünger als ihr Verflossener, aber immer noch älter als sie selbst war.
Eine denkbare Erklärung hierfür ist, dass ältere Männer sich noch erfolgreich fortpflanzen können, aber andererseits nicht mehr so lange zur Versorgung der Familie beitragen können, wie jüngere Männer.
- Sexualität "Mit dem Kopf in fremden Betten" 30.04.2005
(sueddeutsche.de)
Gysi gegen Lafontaine
Also ich halte es auch für eine recht seltsame Methode, bei einer solchen Untersuchung nur auf das Individuum zu schauen und nicht auf die Partnerschaft dahinter. So kommt es doch zu solch merkwürdigen Ergebnissen wie den Altersunterschieden 4 und 6 Jahre. Was soll das für die Allgemeinheit aussagen? Nichts!
Zu einer Mutter mit Kind, gehört - rein evolutionstechnisch - auch immer ein Vater (und umgekehrt), also kann es statistisch gesehen nur EINEN möglichen "perfekten" Altersunterschied geben und nicht zwei!
(das Kasbladl ist es der Uni München nicht wert, abonniert zu werden, ich komme auch nur an den Abstract)
Aber man kann sich schon zwei Fälle konstruieren, mit denen sich der Altersunterschied zwischen "Männern und Frauen, die von der Geburt des ersten bis zum letzten Kind zusammenblieben", erklären lässt:
a) man muss sich ja nicht trennen, wenn man in einer außerehelichen Beziehung ein Kind zeugt (vielleicht haben tatsächlich Männer, die sehr viel älter sind als ihre Partnerinnen, sehr viel mehr Geld als jüngere und bieten somit einen Anreiz mehr für "sie", trotz Seitenprung bei ihm zu bleiben?)
b) wie bereits erwähnt, auch im Abstract steht nur "10.000 Männer und Frauen". Ob einer von denen etwas mit den anderen 10.000 hatte, es sich in Wirklichkeit um 20.000 Individuen handelte oder um 14538, ob es 9999 Männer und eine Frau waren oder umgekehrt, da steht da nicht. Und wie der Kollege schreibt: medizinische Wissenschaft...
Was Ihren ersten Punkt angeht, verweise ich darauf, dass im Artikel nicht von 5000 Paaren, sondern von 10000 Männern und Frauen die Rede ist. Von einer "abgegrenzten Gesamtheit" steht dort nichts. Zur Problematik solcher Herangehensweise siehe den Beitrag von grosseteste, dessen Frage nach der letztendlichen Größe der Datenbasis auch ich gerne beantwortet sähe. (30 Euro für den Online-Artikel sind mir da zur Befriedigung der Neugier doch etwas viel, vielleicht hat ja jemand einen freien Uni-Zugang und kann das hier mal mitteilen.)
Zu Ihrem zweiten Punkt:
Stellen Sie sich ein Dorf mit hundert heterosexuellen Paaren vor. 99 Männer leben monogam. Ein Mann hat nicht nur eine sexuelle Beziehung mit seiner nominellen Partnerin, sondern auch mit den übrigen 99 Frauen des Dorfes.
Natürlich hebt der eine Mann, wenn man den Durchschnitt errechnet, die Zahl der Partnerinnen pro Mann auf zwei, so dass Frauen und Männer al pari sind. Dies zeigt aber nur, wie unbrauchbar das arithmetische Mittel bei bestimmten Fragestellungen ist.
Der arithmetische Mittelwert schafft nicht aus der Welt, dass nur ein Prozent der Männer fremdgegangen ist, aber 100 Prozent der Frauen. Das ist es doch, was bei den Umfragen dieser Art interessiert.
Wenn im Beipackzettel einer Arznei steht, dass sie in einem Prozent der Fälle die Nebenwirkung XY verursacht, denken Sie doch auch nicht, wenn ich das Medikament einnehme, bekomme ich ein Prozent der Nebenwirkung zu spüren, sondern Sie denken, hoffentlich gehöre ich zu den 99 Prozent, bei denen keine Nebenwirkung auftritt.
Interessante Diskussion. Mir stellt sich da noch die Frage, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, statt Elternpaaren Väter und Mütter getrennt zu untersuchen. Hätte man nur Paare untersucht, so würde jedem sofort einleuchten, dass nur ein idealer Altersunterschied herauskommen kann. Für die Abweichung wären verschiedene Gründe denkbar:
- stark unterschiedliche Anzahl von Männern und Frauen.
- ggf auch noch zeitlich ungleich verteilt (falls sich die Heiratsgewohnheiten geändert haben und die Autoren den durchschnittlichen Altersunterschied nicht berücksichtigt haben.)
- schmale Datenbasis für ungewöhnliche Altersunterschiede (falls die Autoren den durchschnittlichen Altersunterschied doch berücksichtigt haben, aber kaum Paare hatten die z.B. gleichaltrig waren)
- Einfluss der Pille (Die Ehefrauen der in der DB enthaltenen Männer waren ja im Schnitt jünger (sagen wir Jahrgang 50-60), während die direkt enthaltenen Frauen ja Jg. 45-55 waren.)
Ich fürchte fast, die Autoren haben sich einfach die Einzelpersonen mit, sagen wir mehr als fünf Kindern angesehen und dann überprüft wie der Altersunterschied war. Medizinern würde ich sowas jederzeit zutrauen. Dann relativiert sich die angeblich große Datenbasis aber gewaltig.
Sehr geehrter gogh, es werden die Altersunterschiede 4 bzw. 6 angegeben, nicht wie sie schreiben 6 und 6. Da es sich um die Betrachtung von einer abgegrenzten Gesamtheit handelt, die durch ihre Größe als repräsentativ anzusehen ist, sind derartige Abweichungen schwer möglich, wenn auch nicht unmöglich. Die Abweichung liegt dann an den Enden der Geburtenjahrgängen.
Evtl. sind die ermittelten Daten 4,4 und 5,5 und es wurde kaufmännisch gerundet - dennoch bleibt selbst in diesem Beispiel ein Unterschied von min. 1,1 Jahren welche durch den Betrachtungszeitraum und die repräsentative Grundgesamtheit sehr unwahrscheinlich bleiben.
Ich bleibe dabei und behaupte weiterhin, dass die beiden Naturwissenschaftler entweder einen Fehler bei der Auswertung gemacht haben oder wie viele ihrer Kollegen sich etwas aus den Fingern gesogen haben, um Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Bzgl. der Anzahl Partner beziehe ich mich auf ein konkretes Beispiel. Hier war in einer Umfrage die Differenz noch bedeutend größer. Ihre Begründung ist an dieser Stelle übrigens schlichtweg falsch - der eine überaus attraktive Mann hebt schließlich auch den Schnitt der Beziehungsanzahl auf Seite der Männer. Das wiederum, da gebe ich Ihnen dann wieder Recht, hört der Durchschnittsmann dennoch nicht gerne.
(mir ist das hingegen relativ Wurst, ich habe lieber erfüllte Beziehungen als jeden Tag eine neue)
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