Mönchsgrasmücken können Früchten ansehen, ob deren Inhaltsstoffe ihr Immunsystem stärken. Das belegt eine Studie von Forschern der Universität Freiburg.
Das Auge isst bekanntlich mit. Und das gilt offenbar nicht nur für Menschen, die Wert darauf legen, dass ihr Essen appetitlich aussieht, sondern offenbar auch für gesundheitsbewusste Vögel:
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Mönchsgrasmücken wissen, welche Früchte gut für sie sind. (© Foto: C.Kolacz/University of Alberta)
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Mönchsgrasmücken zum Beispiel können gesundes Obst an der Farbe erkennen. Und indem sie sich die besten Stücke herauspicken, stärken sie ihr Immunsystem.
Wie Forscher der Universität Freiburg berichten, zeigen die Tiere eine Vorliebe für jene Früchte, das eine Gruppe von Pflanzenfarbstoffen, die Flavonoide, enthält. Diese Stoffe kommen vor allem in Obst und Gemüse vor und binden sehr reaktive, zellschädigende Stoffe, die sogenannten freien Radikale.
Die Wissenschaftler hatten ihren 60 Versuchsvögeln zwei identische Sorten Kunstfutter angeboten, von denen eine aber mit zusätzlich mit Flavonoiden in Pulverform angereichert war.
Wie sie im britischen Journal Functional Ecology (Bd. 22, S. 303) berichten, entschieden sich die Mönchsgrasmücken jeweils für das Futter mit der Extraportion Flavonoiden.
Außerdem verfügten die Tiere, die das gesündere Futter über vier Wochen hinweg gefressen hatten, über ein deutlich gestärktes Immunsystem. Das wiesen die Wissenschaftler nach, in dem sie die Vögel impften und danach die Zahl der Antikörper im Vogelblut maßen.
Demnach haben die Flavonoide tatsächlich eine gesundheitsfördernde Wirkung.
Kunstfutter statt Obst hatten die Forscher verwendet, "weil wir im Versuch mit echten Früchten mit weiteren Inhaltsstoffen konfrontiert worden wären, die eventuell das Ergebnis verfälscht hätten", sagte Martin Schaefer, der an der Universität Freiburg lehrt und die Studie des Doktoranden Carlo Catoni betreute.
An der Farbe des flavonoidreichen Futters könnten die Vögel aber das für sie gesündere Futter erkennen: Flavonoide enthalten Pigmente, die das Obst - etwa Brombeeren, Holunder- oder Heidelbeeren - dunkler färben.
Schaefer vermutet, dass auch andere Vogelarten den Spürsinn für gesunde Nahrung haben. Darauf hätten zum Beispiel Beobachtungen von Wanderdrosseln geliefert.
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(dpa/mcs)
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