Versuche mit Grasmäusen zeigen, dass die Tiere ihren Artgenossen aus benachbarten Gebieten feindlicher gesinnt als Fremden. Die Streitereien der Nager könnten sexuell motiviert sein: Ein Drittel "ihrer" Jungen wurden von Nachbarmäusen gezeugt.
Jeder Amtsrichter weiß, dass unter den Menschen die Nachbarn häufig besonders intensive Feindschaften pflegen. Doch dieses Phänomen scheint es auch im Tierreich zu geben, wie deutsche und Schweizer Biologen im Fachblatt Frontiers of Zoology (online) berichten, nachdem sie unter Striemen-Grasmäusen in Südafrika recherchiert hatten.
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Männliche Striemen-Grasmäuse reagieren aggressiver auf ihren Nachbarn als auf Fremde. (© I.Schoepf)
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Die Forscher beobachteten drei Jahre lang die Nager in ihrer natürlichen Umgebung: Üblicherweise kontrollieren die Männchen ein Territorium, das sie gemeinsam mit ihren Weibchen und dem Nachwuchs bewohnen.
In ihrem Experiment wollten die Biologen nun herausfinden, was passiert, wenn männliche Mäuse dieser Art in einem neutralen Gebiet aufeinandertreffen: Überraschenderweise reagierten die Grasmäuse besonders feindselig, wenn sie auf Tiere stießen, die aus angrenzenden Gebieten stammten.
Bei gänzlich unbekannten Artgenossen blieben sie friedlicher. Vermutlich ist dieses Verhalten sexuell motiviert: Vaterschaftstests zeigten, dass fast ein Drittel der Jungen, die die Nager aufzogen, von Nachbarmäusen gezeugt wurden, nur sieben Prozent hingegen von Fremden.
Das könnte auch erklären, wieso die Begegnungen während der Paarungszeit besonders bissig ausfielen.
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(SZ vom 24.06.2010/cosa)
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