Verdacht auf Nebenwirkung Suizid wegen Asthma-Mittel?
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Nach mehreren Berichten über Selbsttötungen überprüft die US-Arzneimittelaufsicht FDA, ob das Medikament "Singulair" die Gefahr für einen Selbstmord erhöht.
Der Beipackzettel dieser Arznei wird immer länger. Viermal musste der US-Pharmakonzern MSD im vergangenen Jahr die Liste der möglichen Nebenwirkungen seines Asthma- und Heuschnupfenmittels Singulair erweitern: um Zitteranfälle, Depressionen, Angstzustände und suizidales Verhalten.
(Foto: Foto: http://www.singulair.com)
Nun überprüft die US-Arzneimittelaufsicht FDA noch einmal genauer, inwieweit Singulair die Gefahr für einen Selbstmord erhöht. Seit Oktober 2007 habe es "eine Handvoll" Berichte über Selbsttötungen und Versuche der Selbsttötung bei Personen gegeben, die das Mittel genommen haben, so die FDA.
Es gelte jetzt herauszufinden, ob der Zusammenhang ursächlich oder nur zufällig war. Den Hersteller forderte die Behörde auf, die Unterlagen zu dem Medikament erneut genau zu sichten.
Singulair ist seit dem Jahr 2006 das meistverkaufte Mittel des Pharmagiganten MSD. 2007 erreichte der Konzern mit dem Präparat einen Umsatz von 4,3 Milliarden Dollar. Das Medikament blockiert die Wirkung der körpereigenen Leukotriene - von Botenstoffen also, die beim allergischen Asthma zur Verengung der Atemwege beitragen.
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Die auch Montelukast genannte Arznei greift damit anders als alle anderen Asthmapräparate in den Stoffwechsel ein.
"Das Mittel ist ein echter Fortschritt", sagt Johannes Ring, Leiter der Allergologie an der TU München. Weil es als so gut verträglich gelte, werde es besonders häufig Kindern verschrieben. Die Firma MSD betont, es habe in 40 Studien an mehr als 11.000 Patienten keinen einzigen Hinweis auf einen Suizid gegeben.
Zudem hätten seit der Zulassung im Jahr 1998 weltweit Millionen Menschen Singulair eingenommen. Der FDA zufolge werden Monate vergehen, bis der Zusammenhang belegt oder entkräftet ist.