In der vergangenen Woche hatten Sicherheitsexperten der Nasa wegen Schäden an drei Hitzekacheln der Raumfähre für eine Verschiebung des Starts plädiert. Doch die Nasa-Führung geht davon aus, dass keine Gefahr besteht.

Auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida hat der Countdown für eine der bisher komplizierten Shuttle-Missionen begonnen.

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Die Discovery vor dem Start. (© Foto: Reuters)

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Kurz vor 18 Uhr MESZ sollten sieben Astronauten an Bord der Discovery zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen, um dort schwierige Ausbauarbeiten aufzuführen.

Die wichtigste davon: die Montage des in Italien gebauten 15 Tonnen schweren Verbindungsmoduls Harmony. Es ist das Kernstück für die geplante Erweiterung der ISS unter anderem durch das europäische Weltraumlabor Columbus im Dezember.

Zunächst aber hieß es Daumendrücken bei der Nasa: Wegen erwarteter niedriger Wolken und Schauern bestand eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen Start-Aufschub.

Dennoch herrschte in Cape Canaveral und im Kontrollzentrum Houston (Texas) Zuversicht, dass alles planmäßig klappt. Technisch verlief der Countdown ohne jede Probleme. "Es sieht alles glänzend aus", sagte ein Nasa- Sprecher.

In der vergangenen Woche hatten Sicherheitsexperten der Nasa wegen Schäden an drei Hitzekacheln der Discovery für eine Verschiebung des Starts plädiert. Nach eingehender Prüfung befand die Nasa-Führung dann aber, dass die Defekte gering seien und keine Gefahr bestehe.

Die Hitzekacheln haben die Aufgabe, den Shuttle beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre vor dem Verglühen zu schützen. 2003 war die Raumfähre Columbia beim Eintritt in die Atmosphäre verglüht, weil der Hitzeschild beim Start beschädigt worden war. Alle sieben Astronauten an Bord kamen damals ums Leben.

14-Tages-Mission geplant

Insgesamt 14 Tage soll die neue Shuttle-Mission dauern. Fünf Außenbord-Einsätze sind geplant. Dabei soll als zweite große Aufgabe eine Halterung mit riesigen Sonnensegeln verlegt werden. Sie waren im Jahr 2000 mitten auf der Station montiert worden, um den Außenposten in der Bau-Anfangsphase mit Strom zu versorgen.

Mittlerweile sind weitere Segel angebracht worden. Die älteren wurden in zwei Shuttle- Missionen im Juni und im Dezember vergangenen Jahres zusammengefaltet, weil sie den neuen im Wege waren.

Jetzt sollen die Solarflügel mit ihrer Spannbreite von 73 Metern an einer anderen Stelle ausgefahren werden. Dazu sind die bisher kompliziertesten Manöver der Kranarme des Shuttle und der ISS nötig.

"Es ist eine ziemlich komplexe Montagearbeit", sagte Pamela Melroy voraus, die 46-jährige Kommandantin der Raumfähre. Mit von der Partie sind auch der italienische Astronaut Paolo Nespoli und Dan Tani, der als neuer Langzeitbewohner an Bord der ISS zurückbleiben soll.

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(dpa)