Wieder einmal treten in den USA Roboterautos in einem Wettbewerb des US-Militärs gegeneinander an. Ein deutsches Team hat sich bereits für das Finale qualifiziert.
Bei einem Wettbewerb für Roboterautos, der zurzeit in Kalifornien stattfindet, hat sich eines der vier deutschen Teams am Dienstag (kalifornische Ortszeit) für das Finale qualifiziert, ein weiteres ist ausgeschieden.
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Die Roboter müssen einige heikle Situationen meistern: Hier der VW Passat der Stanford-Universität. (© Foto: Schrader)
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Am Nachmittag hatte das Auto der Technischen Universität Braunschweig die letzte von drei Prüfungen im Qualifikationstraining bestanden. Wie Projektleiter Bernhard Rumpe sueddeutsche.de bestätigte, hat das Team danach von den Leitern des Wettbewerbs die Erlaubnis bekommen, am Samstag am Rennen zwischen maximal 20 autonomen Fahrzeugen teilzunehmen. Das Team der Freien Universität Berlin ist hingegen am Dienstag ausgeschieden.
Der Wettbewerb heißt "Urban Challenge" und wird von der amerikanischen Militärforschungsagentur Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) ausgerichtet. Für den Sieger ist eine Prämie von zwei Millionen Dollar ausgesetzt.
Rennen in städtischer Umgebung
Die Darpa hatte in den Jahren 2004 und 2005 bereits zwei ähnliche Wettbewerb ausgerichtet: Damals mussten die Autos einem Kurs durch die Wüste folgen.
Beim ersten Mal war das keinem der Roboter gelungen, beim zweiten Mal hatte das Team der Stanford-Universität mit einem umgebauten VW Touareg gewonnen. Das Team wird von VW unterstützt und von dem inzwischen in den USA eingebürgerten, deutschen Informatikprofessor Sebastian Thrun geleitet.
Auch sein Team, das diesmal einen umgebauten VW Passat Kombi mit der Startnummer 3 ins Rennen schickt, ist bereits für das Finale qualifiziert.
Beim derzeit laufenden Semifinale müssen sich die 35 Roboter auch mit bewegten Hindernissen auf den Straßen zurechtfinden. Dazu nutzen die meisten Teams verschiedene Radar- und Lasersensoren sowie Kameras, die sie auf das Dach und vorn und hinten vor die Stoßstangen montiert haben.
Im Kofferraum ist dann meist die Rechenpower eines kleinen Server-Centers eingebaut: Teilweise haben die Teams dort zehn Rechner mit jeweils vier Prozessoren verstaut.
Wie gut die Autos damit zurechtkommen, testet die Darpa beim Qualifikationstraining auf drei Kursen. Auf dem Kurs C, der durch eine verlassene Wohngegend auf der ehemaligen George-Luftwaffenbasis in Victorville, Kalifornien führt, sollen die Roboter die amerikanische Verkehrsregel des Four-Way-Stop befolgen.
An solchen Kreuzungen müssen alle Fahrzeuge zunächst anhalten. Dann dürfen nacheinander jeweils die Ersten aus jeder Straße fahren und zwar in der Reihenfolge, in der sie angekommen sind. So warten dann an einer Kreuzung zunächst zwei mit menschlichen Fahrern besetzte Testautos, dann drei und zum Schluss vier auf den ankommenden Roboter.
Bei den ersten beiden Aufgaben muss das autonome Fahrzeug jeweils als Letztes fahren, bei der dritten jedoch hat es Vorrang vor einem Auto, das gegenüber an zweiter Position gewartet hat. Das zu erkennen erfordert viel Überblick und Entscheidungskraft. Hier erwies sich zum Beispiel ein großer Militärlastwagen der Firma Oshkosh als etwas zögerlich, bevor er sein Recht zum Weiterfahren erkannte.
Auf dem Kurs B müssen die Roboter durch eine andere Wohngegend fahren, selbst ihren Weg suchen und zwischendurch einparken - diese Aufgabe ähnelt nach Schilderung der Teams dem Abstellen seines Autos auf einem der großen, gefüllten amerikanischen Mall-Parkplätze.
Keine Vorfahrt für Roboter
Kurs A schließlich gilt als der schwierigste. Hier kreisen zehn von Menschen gesteuerte Autos in beiden Fahrtrichtungen auf einem großen Oval. Durch die Mitte führte eine Stichstraße, durch die der Roboter immer fahren muss - und dabei zweimal links abbiegen soll. Dazu muss das autonome Fahrzeug eine zehn Sekunden währende Lücke finden, erkennen und nutzen.
Hier nahmen bislang Roboter immer wieder den Testwagen die Vorfahrt und wurden dafür angehupt. Die Töne gelten allerdings nur als Signal an die Kampfrichter, dass sich der Roboter nicht regelgerecht verhalten; die Roboter können das Hupen nicht hören.
Auch der Passat der Stanford-Uni zog sich auf diese Weise den - gespielten - Zorn der Testfahrer zu. Dass deren Vertrauen in die Roboter auf der Straße nicht allzu groß ist, belegt ihre Ausrüstung. Alle tragen Helme; ihre Wagen waren innen wie Rallyeautos mit einem Sturzkäfig verstärkt.
Auf diesem Kurs musste sich schließlich auch das Braunschweiger Auto bewähren, ebenfalls ein VW-Passat mit der Startnummer 62. Vormittags war der Roboter einmal unvermittelt rechts statt links abgebogen, weil er seine vorgegebene Route blockiert wähnte. Nachmittags und nach einigen Veränderungen in der Software absolvierte das Caroline getaufte Auto den Kurs A problemlos.
Als Darpa-Direktor Tony Tether die Nachricht von der Qualifizierung übermittelte, brach das Team in Jubel aus.
Insgesamt sind offenbar fünf Roboter bereits qualifiziert. Mit dem Team Berlin sind weitere fünf ausgeschieden. Am Mittwoch haben die beiden anderen deutschen Teams die letzte Möglichkeit, sich noch zu qualifizieren. Sie haben ebenfalls beide VW-Passats umgerüstet.
Das eine Team wird von der Technischen und der Bundeswehr-Universität München sowie der Universität Karlsruhe getragen, das andere von der Firma Ibeo aus Hamburg, die Lasersensoren herstellt und in ihrem Roboter demonstriert. Viele andere Teams nutzen die Geräte made in Germany allerdings ebenfalls.
Bei dem Rennen am Samstag müssen die Autos einem vorgegebenen Kurs in einer städtischen Umgebung folgen. Sie dürfen maximal sechs Stunden für 60 Meilen (96 Kilometer) brauchen und müssen dabei die Verkehrsregeln befolgen, die auch auf öffentlichen Straßen in Kalifornien gelten.
(sueddeutsche.de/mcs)
Gysi gegen Lafontaine
und hat schon mal jemand darüber nachgedacht, daß hier deutsche Firmen und Universitäten voller Stolz wesentliches know how an die DArpa verschenken? Wann lernen wir das endlich mal, das man nicht unter allen Bedingungen stolz einbringen muß, was man kann?
HQ
@tghm: Sie meinen, die Rechner seien so schlau wie Grundschüler? Da beleidigen Sie aber die Grundschüler! Denn die können lernen und - mehr noch - in unbekannten Situattionen krativ, d. h. mit nicht zuuvor erlernten Verhaltensmustern oder auf Kombination dieser beruhend reagieren. Ja, sie können sogar im Zwiefel ihr Fahrzeug stehen lassen und zu Fuß weitergehen.
"Intelligenz" ist in der Computerei ein definierter Begriff, der mit dem, was wir alltagstauglich unter humaner Intelligenz verstehen, nichts zu tun hat. Das wissen die allermeisten nicht, auch nicht Journalisten, die über sowas schreiben, und leider oft auch viele Wissenschaftler nicht mehr. Deshalb können interessierte Kreise aus dieser Verwechslung soviel Kapital schlagen und irgendwann behaupten, die Menschen müssten sich der "überlegenen" Denkfähgigkeit der (von ihnen programmierten) Maschinen anpassen ...
Allein dieses Getue, das um Schachcomputer gemacht wird. Ein besseres Beispiel, dass ein Computer nicht und schon mal gar nicht kreativ denken kann, gibt es kaum - es wird aber immer anders dargestellt.
Ist ja sagenhaft. Die geballte Rechenpower ist in der Lage Leistungen zu erbringen wie ein Grundschüler mit Fahrradführerschein. Schicken wir doch mal solche Fahrzeuge an eine Rechts-vor-links-Kreuzung. Dann sollen sie sich mit Handzeichen verständigen. Viel Vergnügen!!
Haben deutsche Wissenschaftler nichts Besseres zu tun, als das Militär mit neuen Waffentechnologien zu beglücken?
Haben sich die Probleme der Welt schon so minimiert, dass man seine Zeit und die Forschungsgelder bedenkenlos für sowas aufbringt?
ist nicht schlecht etwas hier zu lesen ..
Youtube - die Filme (z.B. http://www.youtube.com/watch?v=BSS0MZvoltw )
Heise.de - Schnelle Info, haben bereits das 2. Update der Meldung ( http://www.heise.de/newsticker/meldung/98223 )
und kein Link auf die Veranstalltung oder die HP´s der Teams ( http://www.darpa.mil/grandchallenge )
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