Mindestens zweimal haben US-Astronauten vor einem Space-Shuttle-Start einen über den Durst getrunken. Ob sie ihr Team damit in Gefahr gebracht haben, ist unklar.
Man wüsste jetzt gern, wie sich der deutsche Astronaut Thomas Reiter bei der Nachricht fühlt: Bei mindestens zwei Gelegenheiten sind amerikanische Astronauten stark alkoholisiert mit dem Space Shuttle ins All geflogen.
Raumfähre "Endeavour" (© Foto: dpa)
Anzeige
Wie das Fachblatt Aviation Week & Space Technology auf seiner Homepage berichtet, hatte eine von der Nasa beauftragte Expertengruppe für beide Fälle einen "starken Alkoholgenuss" innerhalb von zwölf Stunden vor dem jeweiligen Start festgestellt.
Ärzte und auch andere Astronauten hätten sogar vor einer Gefährdung der Flugsicherheit gewarnt.
Wer die Übeltäter sind, ist bislang nicht bekannt. Ob also auch Piloten der Raumfähre alkoholisiert hinter dem Steuerknüppel saßen?
Für die Sicherheit der Mannschaft dürfte der Alkoholspiegel im Blut des Piloten allerdings nicht so dramatisch sein - jedenfalls nicht, solange er nicht versucht, das Shuttle tatsächlich während des Starts manuell zu fliegen .
Denn der Start des Space Shuttles wird vollständig von Computern gesteuert, die ständig dafür sorgen, dass die Belastung für Schiff und Mannschaft nicht zu groß wird.
Verstoß gegen die Regeln
Trotzdem haben die Astronauten gegen die Regeln der Nasa verstoßen: Innerhalb von zwölf Stunden vor dem Start ist Astronauten jeglicher Alkoholkonsum untersagt.
Die frühere Shuttle-Kommandeurin Eileen Collins äußerte sich überrascht über den Bericht. Dies passe nicht zu dem, was sie selbst erlebt habe, sagte Collins. Sie sehe der Veröffentlichung weiterer Details daher gespannt entgegen.
Auch Nasa-Manager Bill Gerstenmaier erklärte bei einer Pressekonferenz in Cape Canaveral auf entsprechende Fragen, er habe niemals einen betrunkenen Astronaut vor dem Start gesehen, auch sei er nie an diesbezüglichen Disziplinarmaßnahmen beteiligt gewesen.
Bei der Nasa hält man sich ansonsten derzeit noch bedeckt. Ein Mitarbeiter der Weltraumbehörde, der namentlich nicht genannt werden wollte, bestätigte lediglich, dass in der Studie von Alkoholkonsum die Rede sei. Die Informationen basierten jedoch auf anonymen Interviews und seien nicht begründet.
Eine Nasa-Sprecherin kündigte für diesen Freitag die Veröffentlichung zweier Studien über Gesundheit und Verhalten von Astronauten an.
Die Untersuchungskommission, die den Bericht verfasst hat, war von Nasa-Direktor Michael Griffin eingesetzt, worden, um die medizinischen und psychologischen Untersuchungen der Astronauten zu überprüfen. Anlass war die Affäre um die ehemalige US-Astronautin Lisa Nowak.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte Nowak im Februar einer angeblichen Rivalin mit Pfefferspray aufgelauert, um sie zu entführen. Hintergrund war offenbar ein Eifersuchtsdrama um einen Kollegen. Die 43-Jährige muss sich in dem Fall zur Zeit vor Gericht verantworten.
Sabotage an ISS-Computer
Aufsehen erregte auch die Erklärung von Bill Gerstenmaier, dass die Nasa einen Fall von Sabotage aufgedeckt habe.
Ein Mitarbeiter eines Subunternehmens habe Kabel in einem Computer zerschnitten, der in weniger als zwei Wochen mit der Raumfähre Endeavour zur Internationalen Raumstation (ISS) gebracht werden sollte. Der Angestellte habe zudem einen ähnlichen Computer beschädigt, der aber nicht für die ISS bestimmt gewesen sei.
Die Nasa teilte nicht mit, für welches Unternehmen der Mann arbeitete oder wo sich der Vorfall zutrug. Die Raumfahrtbehörde hofft, den Computer rechtzeitig bis zum geplanten Endeavour-Start am 7. August zu reparieren. Der beschädigte Rechner hätte keine Gefahr für den Shuttle oder die Raumstation dargestellt, unterstrich Gerstenmaier.
(AP)
Gysi gegen Lafontaine
Hallo Houston,hicks wir haben hier ein Problem,hicks.....)))) Yeah ,Endeavour what isn... Hier gibts.....hicks... keenen Flaschencontainer......)))))
Alkohol ist Volksdroge, es gibt wohl keine Tätigkeit, die nicht auch alkoholisiert ausgeübt wird, alles andere wäre überraschend. Allerdings machen mir ein besoffener Chirurg oder ein besoffener Busfahrer deutlich mehr Sorgen als ein besoffener Astronaut.