Leipziger Forscher haben es endlich aufgedeckt: Es gab auch Mammuts mit hellem Fell.
Vielleicht sind die Macher des Kinoerfolgs "Ice Age" nicht nur geschickte Zeichner, sondern auch begnadete Forscher. Denn indem sie im zweiten Teil der Geschichte Mammut-Dame Ellie ein etwas helleres Haarkleid verpassten als ihrem Freund Manny, ahnten sie womöglich die Ergebnisse eines internationalen Biologenteams voraus:
Die Rekonstruktion zeigt ein blondes und ein schwarzes Mammut, jeweils mit Mäusen der entgegengesetzen Fellfarben auf dem Rüssel. (© Foto: Knut Finstermeier/Science/dpa)
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Mammuts zogen nicht nur in einheitlichem Brünett übers Land, sondern es gab auch helle Exemplare in den Herden. Wie Evolutionsgenetiker und Biochemiker um Holger Römpler von der Universität Leipzig in der neuesten Science-Ausgabe berichten, bewirkte eine Änderung des Erbguts an einer einzigen Stelle den Farbwechsel. Zwar hatten Forscher schon zuvor anhand von Mumienfunden erkannt, dass es wohl auch bei Mammuts helle und dunkle Exemplare gab.
Doch die genetische Ursache für diesen Unterschied blieb bisher unklar. Um hier weiter zu kommen, war genetische Feinarbeit gefragt. Aus dem 43.000 Jahre alten Knochen eines sibirischen Mammuts isolierten die Biologen ein Gen, das auch bei anderen Säugern - Mensch, Maus, Rind, Hund und Pferd - über die Frage hell oder dunkel entscheidet.
Das Gen kommt in zwei Ausführungen vor, die unterschiedlich aktiv sind. Erhält ein Kind von seinen Eltern die weniger aktive Variante, zeigt sich das in einer roten Haarpracht. Ob ihm dadurch Vorteile entstehen, ist fraglich - anders bei Mäusen. Denn auch mausähnliche Nagetiere in Florida tummeln sich dort in mehreren Farben im Sand.
Und da ist blond ganz klar im Vorteil: Auf dem hellen Untergrund fallen die blonden Nager Falken und Habichten nicht so schnell ins Auge. Einen ähnlich eindeutigen Zusammenhang zwischen Fellfarbe und Überlebenschance konnten die Biologen für Mammuts noch nicht erkennen. Aber vielleicht sollten sie einfach Manny trauen, der Ellie bestimmt auch wegen ihrer Fellfarbe treu ergeben ist.
(SZ 7. 7. 2006)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak