Die Finanzkrise wird zur Hungerkrise: Erstmals haben mehr als eine Milliarde Menschen zu wenig Nahrung - 100 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.
Es ist ein bitterer Rekord - erstmals in der Geschichte hat die Zahl der hungernden und unterernährten Menschen die Milliarden-Schwelle überschritten. Und für diese unvorstellbar riesige Menschenmenge, die Tag für Tag nicht genügend zu essen hat, gibt es bislang keine "Rettungsschirme" oder "Hilfspakete".
Ein Junge an einem Wasserloch in Kenia: Allein in Afrika, südlich der Sahara müssen 265 Millionen Menschen hungern. (© Foto: dpa)
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Die in Rom ansässige UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) schlägt deshalb, gestützt auf ihre neuen Zahlen, Alarm: Die jüngste Hungerkrise ist lautlos, folgt auf den Einbruch der Weltwirtschaft und könnte "den Weltfrieden und die Sicherheit erheblich gefährden".
Die tiefe Talfahrt der Weltwirtschaft und die beispielsweise für Sojabohnen, Mais und Weizen nach einer Marktberuhigung jetzt wieder steigenden Nahrungsmittelpreise sorgen also dafür, dass immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern nur vor leeren Tellern sitzen.
Es fehlt ihnen an Geld vorne und hinten, die Einkommen sinken, und die Arbeitslosigkeit nimmt zu. Diesmal sind nicht etwa zu geringe Ernten verantwortlich, sondern Krisen, die auch die Industriestaaten treffen. Und das verschlimmert nach FAO-Analysen die Lage noch. Denn von den Millionen Arbeitern aus südlicher Hemisphäre, die doch sonst Geld aus dem Norden nach Hause schicken, können viele das nicht mehr.
"Die Kleinbauern brauchen Saatgut und Dünger, maßgeschneiderte Technologien, Infrastruktur, Finanzierung und Märkte, und all das gerade in dieser globalen Krise", sagt Kanayo F. Nwanze, der Chef des Agrar-Entwicklungsfonds IFAD. Doch in diesem Krisenjahr sitzt bei den reichen Ländern der Euro oder Dollar nicht lockerer als sonst. Im Gegenteil.
"Hilfe zur Selbsthilfe"
Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, sagt es brauche doch "nur" ein Prozent von all dem, was die Industriestaaten in Programme gesteckt haben, die die Konjunktur ankurbeln sollen: "Auch zur Rettung der Hungernden müssen solche Pakete geschnürt werden."
Im asiatisch-pazifischen Raum hungern 642 Millionen, im Afrika südlich der Sahara sind es 265 Millionen. Dagegen nimmt sich die Zahl der Menschen, die in der "entwickelten Welt" nichts zu essen haben, mit 15 Millionen gering aus - doch auch dieses Heer der Hungernden nimmt zu. Die Rezepte und Ziele im Kampf gegen den Hunger liegen seit langem auf den Tischen internationaler Konferenzen, werden abgenickt und verhindern doch nicht den dramatischen Anstieg vor allem in den ländlichen Regionen. Dort sollte der Hebel ansetzen, "und durch Hilfe zur Selbsthilfe müssen die Menschen befähigt werden, sich selbst und ihre Familien zu ernähren", betont die Welthungerhilfe einmal mehr.
Finanz- und Wirtschaftskrise rückten die Probleme der ärmeren Länder in den Hintergrund. Hilfsorganisationen warnen seit langem: Sie befürchten, dass die reichen Länder wegen der tiefen Krise ihre zugesagte Entwicklungshilfe nicht einhalten - geschweige denn noch etwas mehr drauflegen, um, wie FAO-Generaldirektor Jacques Diouf verlangt, "den Hunger in der Welt völlig und rasch auszurotten."
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(dpa/woja)
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denn die Sahara ist weit weg und die erforderlichen Seekabel durch das Mittelmeer sind erstens nicht billig, zweitens nicht sehr sicher wegen der tektonischen Bewegungen.
Sandstürme und das Klima setzen dem Material stark zu, riesige Mengen an Rohstoffen für die Strom erzeugenden Anlagen und die Speicher sind ebenfalls erforderlich.
Die Unsicherheit der Region kommt hinzu, auch die terroristische Gefährdung ebenfalls.
Abhängigkeit von Libyens Despoten ist auch keine verlockende Aussicht, der dann genau so am Stromhahn drehen kann wie Putin mit Gazprom und die Preise ebenfalls diktiert wie ein Ölscheich oder ein Gasmann in Rußland.
Zu viele Unwägbarkeiten, außerdem rechnet sich das nicht bisher.
Sekundäreffekte dieser Technik und deren ganze Energie- und CO2-Bilanz mit allen Anlagen zu Herstellung, Wartung und Betrieb und Entsorgung und Sicherheit sind ebenfalls noch zu kalkulieren.
Das Desertec-Projekt steht bisher nur auf dem Papier, und das ist bekanntlich geduldig.
Dazu auch noch das aus SPON, das manche Illusionen wieder besser einordnet:
"CO2-EMISSIONEN
Bahnfahren ist nicht so klimafreundlich wie gedacht"
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,629267,00.html
selbstaendig
@jan2bach
ich danke für die tröstlichen Aussichten und habe Ihre Trommel vernommen. Was ich allerdings noch nicht verstanden habe ist der Mechanismus, wie Sie die dumpfen Geräuschfolgen hier in digitaler Form präsentieren können. Vielleicht ja mit Hilfe des Moderatoren, dessen Beruf hier ja auch einige Technikbegeisterung erfordert.
@selbstaendig ...
"... der wird aber auch aus ideologischen Gründen in Deutschland noch blockiert ..."
Siehe Vattenphall Vorstand, der lieber Kohlekraftwerke bauen will, als Solaranlagen in der Sahara wissen möchte.
Aus Gründen der Netiquette und die Überempfindlichkeit des Moderators berücksichtigend, verzichte ich in diesem Zusammenhang auf deutlichere Worte, denn die Mimöschen bei der SZ nehmen exponentiell zu ... eigentlich schade, MOD, das nimmt der Diskussion manchmal den PEP
Kuni
Danke für die notwendige Ermahnung: Angesichts der ernsten Thematik des Artikels, nach dem nunmehr mehr als eine Milliarde Menschen auf unserem Heimatplaneten hungern, kann ich Ihnen nur zustimmen!
Liebe User,
lassen Sie Anfreindungen und Beleidigungen doch beiseite - dann klappt es mit der Weiterführung einer guten Diskussion sicher besser.
Vielen Dank!
Ihr Moderator
Es gab schon immer Überlegungen, menschliche Siedlungen auf dem Mars aufzubauen. Dort würde es sich garantiert anbieten, die Kernfusion zu nutzen und eine neue menschliche Gesellschaft auf Basis dieser fortschrittlichen Energietechnik aufzubauen. Die Raketentechnik zum Flug wäre auch schon vorhanden.
Was halten Sie davon, wenn Sie bei diesem überragendem Werk zukunftsorientierter Entwicklung die Speerspitze bilden und damit zugleich zur Entlastung der überbevölkerten Erde beitragen würden? Sie scheinen mir da ja ganz schön weit fortgeschritten.
Wir leben bis dahin, wie bisher fast immer, hier dann weiter von der Sonne und der Erdwärme, kümmern uns um eine gerechtere Entwicklung, führen pragmatische Diskussionen und tun das uns Mögliche, damit weniger Menschen hungern - und versuchen unser Glück gerne auf diese Weise. Wir können uns dann ja, sagen wir in hundert Jahren, mal zu einem Tee treffen und uns austauschen, was sich da bei wem so getan hat.
Guten Flug wünsche ich Euch! Und viel Spaß auf dem Mars - oder wenn ihr wollt auch auf der Venus!
Paging