UN-Konferenz in Peru Kerry warnt vor Klima-Tragödie

US-Außenminister John Kerry bei seiner Rede vor der UN-Klimakonferen in Lima.

(Foto: AP)
  • Keine Einigung in Sicht: 195 Länder ringen intensiv um einen Weltklimavertrag. Die Klimakonferenz in Peru geht wohl in die Verlängerung.
  • US-Außenminister John Kerry versuchte mit einer Rede, die Delegierten in Lima aufzurütteln.
  • Der Weltklimavertrag soll Ende 2015 in Paris vereinbart werden und 2020 in Kraft treten.
  • In Lima streiten die Delegierten um den konkreten Vertragstext.

Klimakonferenz in Lima wird verlängert

Trotz intensiver Verhandlungen der 195 Länder um das Gerüst für einen Weltklimavertrag geht die Klimakonferenz in Peru wohl in die Verlängerung. Keine Einigung in Sicht: Die meisten Teilnehmer gingen von einem Konferenz-Finale erst am Samstag aus.

US-Außenminister Kerry mahnt zum Handeln

US-Außenminister John Kerry versuchte mit einer flammenden Rede, die Delegierten in der Hauptstadt Lima aufzurütteln. Kerry betonte, der Klimawandel sei menschengemacht und könne vom Menschen aufgehalten werden. Er warnte die Delegierten, dass sich die Welt immer noch "auf dem Weg zu einer Tragödie" befinde. Das angestrebte Weltklimaabkommen sei deshalb nicht nur eine Option, sondern eine "dringende Notwendigkeit". Das Zeitfenster, um den Klimawandel aufzuhalten, schließe sich schnell.

Er erkannte die Verantwortung der Industrieländer für den Klimawandel an, nahm die Entwicklungsländer aber im Kampf gegen die Erderwärmung mit in die Pflicht. Es gebe für kein Land mehr einen "Freischein", so Kerry. Und weiter: "Jedes Land hat die Verantwortung, seinen Teil zu tun." Mehr als 50 Prozent der Treibhausgase kämen aus Entwicklungsländern. Notwendig sei deshalb eine globale Lösung. Die Industriestaaten müssten den schwachen Staaten dabei helfen.

Fossile Brennstoffe für Kerry keine Lösung

Skeptisch äußerte sich Kerry mit Blick auf fossile Brennstoffe. Kurzfristig erschienen Kohle und Öl als billigere Option. "Aber wir müssen die echten Kosten berechnen", forderte er mit Verweis auf die Milliardenschäden durch Naturkatastrophen und Krankheiten. Der Wandel zu alternativen Energien schaffe Jobs, und die Energieversorgung sei mit ihnen nicht mehr abhängig von bestimmten Weltregionen.

Staaten streiten um Kriterien für Klimaziele

Der Weltklimavertrag soll Ende 2015 in Paris vereinbart werden und 2020 in Kraft treten. Indem alle Staaten sich auf nationale Ziele für den Klimaschutz verpflichten, soll es gelingen, die Erderwärmung auf gerade noch beherrschbare zwei Grad zu begrenzen. Mit den bisher verkündeten Reduktionsvorhaben dürfte das nicht erreicht werden.

Allein gegen die Holzfäller

Bei der Klimakonferenz in Lima soll Perus Umweltminister Pulgar-Vidal die Staaten auf Klimaschutz einschwören. Zu beneiden ist er nicht. Denn die eigene Regierung setzt derzeit ganz andere Prioritäten. Und Umweltschützer müssen um ihr Leben bangen. Von Michael Bauchmüller mehr ...

Ein Knackpunkt in Lima war, welche Kriterien für die bis Ende März vorzulegenden Klimaziele gelten sollten. Die EU und andere Teilnehmer wollten, dass alle Länder vergleichbare und überprüfbare Ziele vorlegen. Darüber hinaus war man sich uneins, was Teil dieses Gesamtpakets sein sollte. Die Industrieländer wollten sich auf CO2-Reduktionsziele beschränken, die Entwicklungsländer wollten auch Finanzierungsmöglichkeiten für die Übergangszeit aufnehmen.