"Viele natürliche Systeme auf allen Kontinenten und in einigen Ozeanen sind von regionalen Klimaänderungen betroffen, insbesondere von Temperaturanstiegen", berichten Forscher des UN-Klimarates in einem bislang noch nicht veröffentlichten Bericht.
Der Klimawandel ist an vielen Orten der Erde längst sichtbar.
Wassermangel in Pakistan. (© Foto: dpa)
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So lautet das wesentliche Fazit des zweiten Teils des Weltklimaberichts der UN, der im April veröffentlicht wird.
,,Viele natürliche Systeme auf allen Kontinenten und in einigen Ozeanen sind von regionalen Klimaänderungen betroffen, insbesondere von Temperaturanstiegen'', schreiben die am Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) beteiligten Forscher in dem Bericht, dessen aktuelle Fassung der Süddeutschen Zeitung vorliegt.
Vom Aufweichen der Permafrostböden bis zu veränderten Vogelzügen reicht das vom IPCC genannte Spektrum der in der Natur messbaren Vorgänge.
Die Forscher bezeichnen es als ,,sehr wahrscheinlich'', dass die meisten Veränderungen der vergangenen 30 Jahre auf menschliche Einflüsse zurückzuführen sind.
Für den zweiten Teil des IPCC-Berichts, der Anfang April in Brüssel noch mit Regierungsvertretern abgestimmt wird, wurden mehr als 29.000 wissenschftliche Messreihen ausgewertet. 85 Prozent aller Daten lassen auf eine wärmer werdende Umwelt schließen.
Wesentlicher Teil des Berichts ist ein alarmierender Blick in die Zukunft. So werden sich Niederschläge künftig in höhere Breitengrade verlagern. Entsprechend wird das Frischwasser in mittleren Breiten knapper, was die Getreideproduktion erschwert. Abhängig von der Region werde es zwar auch Gewinner des Klimawandels geben, doch weltweit gesehen bedeute die globale Erwärmung einen Nettoverlust für die Wirtschaft.
Sämtliche Kontinente betroffen
Der Wandel wird sämtliche Kontinente betreffen. Speziell der Süden Europas hat verstärkt mit Hitzewellen und Waldbränden zu rechnen. Nordeuropa hingegen wird von einem wärmeren Klima teilweise profitieren. Der Bericht prognostiziert dort mehr Produktivität in der Landwirtschaft sowie neue Chancen für Wasserkraftwerke.
Das Risiko für Fluten steige jedoch überall in Europa - in Form von Sturmfluten an den Küsten und plötzlicher Schneeschmelze in den Bergen. An den Küsten könnte sich die Zahl der durch Fluten gefährdeten Anwohner bis 2080 jährlich um 2,5 Millionen Menschen erhöhen.
Jeder sechste Bewohner der Erde lebt in einer Region, wo Gletscher und Schnee wichtige Wasserspeicher bilden - die aber dem IPCC-Bericht zufolge ,,sehr wahrscheinlich'' zunehmend schwinden.
Weltweit werden hunderte Millionen Menschen unmittelbar von Fluten bedroht sein. Betroffen sind besonders Anwohner niedrig gelegenener Flussdeltas in Asien, aber auch die Bewohner flacher Inselstaaten. Für unwahrscheinlich halten die Forscher Szenarien, wonach die nordatlantische Meeresströmung noch in diesem Jahrhundert abreißt.
Weil die natürlichen Ökosysteme in Zukunft überfordert werden, erwarten die IPCC-Forscher, dass die Landflächen in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts mehr Kohlenstoff abgeben als sie aufnehmen.
Besonders betroffen sind die Tundra, Gebirge, das Mittelmeer und Mangrovenwälder sowie in den Ozeanen die Korallenriffe und Eiswelten. Sogar falls die globale Durchschnittstemperatur in den kommenden Jahrzehnen nur um 1,5 bis 2,5 Grad Celsius steigt, ist rund ein Viertel der weltweiten Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.
Die Schätzungen über die Kosten des Klimawandels sind ungenau, gehen aber bis zu 400 Dollar pro ausgestoßene Tonne Kohlendioxid. Die IPCC-Forscher rufen dazu auf, nicht nur über Klimaschutz nachzudenken, sondern auch Anpassungsstrategien zu entwickeln.
Bessere Erkenntnisse seit 2001
Die beteiligten Forscher betonen, dass seit dem letzten IPCC-Bericht im Jahr 2001 deutlich mehr und bessere wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen worden seien. Der IPCC-Bericht dieses Jahres erscheint in drei Teilen.
Der erste, bereits veröffentlichte Teil beschrieb den physikalischen Zustand des Planeten, der zweite fasst die Auswirkungen des Wandels zusammen, und der dritte, im Mai erwartete Teil analysiert mögliche Auswege. Aufgabe des IPCC ist es nicht, selbst zu forschen, sondern den wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammenzutragen.
Objektivität wird dadurch erreicht, dass drei Viertel der am ersten Teil des diesjährigen Berichts beteiligten Wissenschaftler nicht bereits Autoren des letzten Berichts aus dem Jahr 2001 waren.
(SZ vom 3.3.2007)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Schön, wie ein seit Jahren bekanntes Thema nun doch zu allgemeiner, meist hitziger Diskussion anregt. Da gibt es die militanten Umweltschützer, die selbst das pupsen verbieten möchten sowie die Ignoranten, für die das alles ein Medienspektakel einiger Wichtigtuer ist.
Ich denke bzw. glaube es wird sich nichts ändern, auch nicht angesichts der sich abzeichnenden Katastrophe. Wir sind noch zu weit weg von Katastrophen und Veränderungen, leben zu sicher und zu gut. Ich schließe mich da ein: sehe die Gefahren, will aber auf meinen Jeep und Cabrio, Spassfahrten und urlaubsfliegerei nicht verzichten. Vielleicht ist es die Freude am kollektiven Untergang. Vielleicht wissen wir auch, dass es eh wenig Chancen gibt das kommende Szenario aufzuhalten.
Die Soge um unseren Planten ist unangebracht. Seit rund 30 Milliarden Jahren gibt es die Erde, den Mensche so rund 30.000 Jahre ( wenn ich es gerade richtig in Erinnerung habe ). Im Laufe der nächsten Millionen jahre wird sich vieles wieder regenerieren und neu "er"wachsen. Die einzige Sorge muss man sich um uns Menschen machen. Die aber haben es wiederum in kürzester Zeit geschafft den Planeten zu schrotten. Ich würde sagen hier handelt es sich um einen Selbstreinigungsprozess. Was schadet kommt weg.
Mag sein, dass das einigen Intelektuellen mal wieder zu profan ist. Aber ich halte daran fest: es wird sich weltweit am bisherigen Verhalten wenig ändern. Wir sind in der Mehrheit zu bequem und zu wohlstandsorientiert, die Wirtschaft zu träge und die Politiker zu Mehrheitsorientiert.
Die Erde wird entsorgen.
Sprachgewalt,
Der Hochmütige sollte, zum eigenen Schutz, zumindest darauf achten, selbst keinen offensichtlich Unsinn zu verbreiten. Der "Schwund" hat eine Geschwindigkeit und diese kann tatsächlich zunehmen. Dadurch wird aus dem Satz keine sprachlich elegante Formulierung, aber auch keineswegs ein "offensichtliches Oxymoron". Von dem sinnlosen Ansinnen der philologischen Exegese naturwissenschaftlicher Hypothesen aber wieder zurück zur Sache ...
Ja! Den Quasi-religiösen Fanatismus der Untergangsprediger mag es tatsächlich geben, und auch nicht erst seit der Hochkonjunktur des Klimawandels. In ihren frühen Jahren hat die gesamte deutsche Umweltbewegung nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt, keinen Gefallen damit erwiesen, dass ihr beispielsweise die Wälder gar nicht schnell sterben konnten. Und mit dem Ausbleiben der Katastrophe stimmen die Apologeten des Status Quo zu einem fröhlichen "Weiter so!" an.
Zum Glück aber (oder leider?) wirken auch anthropogene Eingriffe in den Naturhaushalt nicht von heute auf morgen, sondern in langen, Generationen übergreifenden Zeiträumen ... Unklarheit über komplexe Kausalzusammenhänge, und allzu grosse Vertrauensintervalle prognostizierter Änderungen mit inbegriffen. Was aber tun, um Betroffenheit bei den Verursachern von heute zu wecken, wenn sich diese für die Betroffenen von morgen kaum interessieren werden? Und wenn Prävention unbequem ist, bei gleichzeitiger Ungewisseheit, ob es sich bei den Bedrohungsszenarien denn nun um wissenschaftliche Fakten oder "nur" um ein Risiko handelt.
Ich persönlich brauche keine wissenschaftlichen Beweise als Argument für Prävention; die Indizien reichen völlig. Und wenn sich hinterher, wider Erwarten, alles nur als die Hochkonjunktur eines medienwirksamen Themas herausstellt? Dann habe ich eben ein paar Jahre länger auf das Auto und andere energieabhängige Bequemlichkeiten verzichtet ... und wahrscheinlich genauso gut gelebt wie vorher. Die meisten machen sich nämlich keine Vorstellung davon, wie leicht es sein kann, verantwortlich zu leben, selbst wenn sich der Unterschied zwischen sinnvollem Handeln und liebenswürdiger Schrulle machmal erst hinterher herausstellt.
Das erfordert keinesfalls sich "das Hirn erweichen lassen", sondern es endlich zu benutzen!
Nein, mein Herr! Es geht nicht um den weltweiten Klimawandel, dessen Menschengemachtsein noch niemand schlüssig bewiesen hat. Es geht bei dieser Diskussion um quasireligiösen Fanatismus. Die Mechanismen, die da ablaufen, sind bekannt und werden von institutionalisierten Religionen seit Jahrtausenden angewendet, um Menschen unter Kuratel zu halten dazu gehört eben auch, den Menschen ob ihres Lebenswandels ein schlechtes Gewissen zu machen. Wer im Mittelalter nicht glaubte (sic!), was der Papst predigte, war eben ein Kandidat fürs Fegefeuer eine überhitzte Erde ist doch da ein schönes Analogon, nicht wahr?
Wie ich schon bei Erscheinen dieser IPCC-Farce schrieb, wird sich daraus ein breiter und langanhaltender Strom der Heiterkeit für diejenigen ergießen, die sich von den Propheten des Untergangs nicht das Hirn erweichen lassen. Diese Propheten sind übrigens zum großen Teil dieselben, die Ende der siebziger Jahre mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit wie heute die Erde, oder zumindest Europa, am Beginn einer großen, verheerenden Eiszeit sahen. Diese ganze Endzeit-Predigerei und die sie unterfütternde Wissenschaft stehen doch auf tönernen Füßen wie will denn jemand Schlüsse auf Zeiträume ziehen, der Daten verwendet, die aus winzigen Bruchteilen dieser Zeiten stammen. Denkt an Niels Bohr: Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn es um die Zukunft geht. Und denkt an Winston Churchill: Ich glaube nur die Statistik, die ich selbst gefälscht habe. Das ganze Klimagerede erinnert mich an die alte Geschichte, wie ein Physiker beweist, daß alle ungeraden Zahlen Primzahlen sind.
Von 1974 bis heute 2007: zehntausende Dokumente für gesunden Widerstand. Was das Ergebnis: Observationen gegen uns ohne Ende . . .(fm-tv.net)
Erinnert sich noch jemand an "The Global 2000 Report to the President"? Herausgegeben vom damaligen Rat für Umweltqualität und dem US-Aussenministerium im Jahr 1980(!). Getan hat sich seitdem nicht wirklich Gravierendes - leider.
Die bisherigen Reaktionen auf den Klimawandel sind heuchlerisch, halbherzig und zum Teil sogar kontraproduktiv. Ich kann da nur, wenn auch in einem anderen Zusammenhang gesagt, Ulrich Beck (Soziologe) zitieren: "Verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre".
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