Auch diese sind verdächtig, ebenso wie die Strommasten der anderen Netzbetreiber - bundesweit also Hunderttausende von Masten. "Hinzu kommen Eisenbrücken und Stahlbauwerke, sofern sie schon einige Jahrzehnte alt sind", gibt Wilhelm König vom Umweltministerium in NRW zu bedenken. Denn Bleimennige kam bis in die 1970er Jahre überall zum Einsatz.
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Wie viele solcher bleibelasteten Flächen saniert oder unzugänglich gemacht werden müssen, weiß derzeit niemand. "Die Untersuchungen laufen noch", sagt RWE-Sprecher Rappl.
Unklares Risiko für Äcker und Wiesen
Ungeklärt ist auch das Risiko durch die Bleibelastung von Äckern und Wiesen unter den Masten. Wie viel Blei hier in Getreide, Gemüse oder Gras übergeht, werde derzeit noch untersucht, so Rappl.
Eine schon angekündigte Gegenmaßnahme ist auf unbestimmte Zeit verschoben: Kalken solle man die belasteten Flächen, hatte eine Arbeitsgruppe des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW im vergangenen Jahr empfohlen; dadurch werde der Boden weniger sauer, das Blei gebunden und die Aufnahme in Pflanzen verringert.
Das Umweltministerium NRW hatte das Kalken schon bekannt gegeben, doch die Landwirtschaftskammern waren nicht begeistert. "Man befürchtete wohl eine Beeinträchtigung der Erntemengen", vermutet Valentin.
"Es wurden teilweise erhöhte Bleiwerte in Pflanzen gefunden, aber es blieb unklar, wie dies mit den Bleikonzentrationen im Boden und dem pH-Wert des Bodens zusammenhängt", sagt Wilhelm König. Die Kalkung wurde vorerst abgeblasen, ebenso wie die dazu angekündigten Feldversuche. Nun sollen die Zusammenhänge erst einmal im Labor untersucht werden.
Damit hätte man allerdings weit früher beginnen können, denn das Bleiproblem ist altbekannt. Nicht nur in der Schweiz, wo die Fachstelle Bodenschutz des Kantons Zürich 1994 einen Bericht über die "Schwermetallbelastung der Böden in der Umgebung korrosionsgeschützter Stahlobjekte" veröffentlichte.
Auch in Deutschland wies das Umweltbundesamt (UBA) schon 1982, als es das Umweltsiegel "Blauer Engel" für bleiarme Korrosionsschutzfarben einführte, darauf hin, dass Bleimennige auf Stahlbauten zu erheblichen Umweltbelastungen führe.
Unter den bedeutendsten Verwendern nannte das UBA seinerzeit auch die Energieversorgungsunternehmen mit ihren Strommasten. Spezielle Untersuchungen oder gar Maßnahmen zur Bodensanierung wurden jedoch nicht veranlasst.
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(SZ vom 06.02.2009/mcs)
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