Pflicht zur Kennzeichnung von Waschmittel-Inhalten wird erweitert

Phosphatfreie Waschmittel

Phosphat ist ein lebenswichtiger Stoff für alle Organismen auf dem Planeten. Er ist wichtiger Bestandteil des Erbmoleküls DNS. An ein kleines Molekül namens ATP gebunden ist er einer der wichtigsten Energielieferanten in jeder Zelle. In der Natur ist Phosphat allerdings Mangelware. Der Stoff ist rar verteilt in der Erdkruste. Aber nicht nur der Mangel an Phosphat ist ein Problem, sondern auch ein Übermaß bringt Ökosysteme durcheinander. Seit Mitte der 1950er-Jahre ist Phosphat für die Überdüngung der Binnengewässer verantwortlich. In Waschmitteln diente es als Hilfsstoff, um die Waschleistung zu verbessern.

Über unzureichende Kläranlagen gelangten große Mengen in die Binnengewässer und wurden zum Dünger für Algen. Sie vermehrten sich explosionsartig und raubten den Gewässern den Sauerstoff. Ende der 1960er-Jahre stand der Bodensee kurz davor, zu einer leblosen Brühe umzukippen. In den 1980er-Jahren wurden die Hersteller durch die Phosphathöchstmengenverordnung gezwungen, den Phosphatanteil ihrer Waschmittel zu reduzieren.

Seit etwa 20 Jahren gibt es keine phosphathaltigen Waschmittel mehr auf dem Markt. Die meisten Seen und Flüsse haben sich seither erholt. Ein Problem bleibt weiterhin der Phosphat-Eintrag aus der Landwirtschaft, wie die aktuellen Algenteppiche zeigen.

Bild: ddp

30. Juli 2010, 16:37 2010-07-30 16:37:15