Die Behandlung von Schweinen mit Medikamenten führt möglicherweise dazu, dass auch Menschen die Mittel aufnehmen - und zwar nicht über das Fleisch.
Dortmunder Umweltforscher haben im Rahmen eines bundesweiten Forschungsprojekts zum Thema "Tierarzneimittel in Böden" erste Ergebnisse vorgelegt.
Risikomaterial Schweine-Gülle (© Foto: ddp)
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Danach scheiden Schweine, die mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt werden, einen großen Teil des Wirkstoffs wieder aus.
Über die Düngung mit Gülle gelangten sie in den Boden, in Pflanzen und damit möglicherweise auch in die menschliche Nahrung, sagte der Leiter des Instituts für Umweltforschung der Universität Dortmund, Michael Spiteller.
Gefahr bereits durch winzigste Mengen
Zu den genauen Risiken, die die Substanzen im Boden in sich bergen, könne man in dieser frühen Phase des Projektes noch keine genauen Aussagen treffen, so Spiteller.
Bekannt sei allerdings, dass "schon winzigste Mengen antibiotischer Wirkstoffe in Bakterien Resistenzen auslösen können, die den Einsatz von Human-Antibiotika gegen Krankheitserreger einschränken".
Nach Angaben des Bundesverbandes für Tiergesundheit wurden im vergangenen Jahr in Deutschland rund 784 Tonnen Antibiotika in der Massentierhaltung eingesetzt, um die Tiere in einem frühen Erkrankungsstadium zu behandeln.
An dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsprojekt beteiligen sich insgesamt rund 30 Wissenschaftler von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Experten wollen klären, wie und in welchem Umfang die Arzneimittel in die Umwelt gelangen und welchen Veränderungen und chemischen Reaktionen sie dabei ausgesetzt sind.
In Dortmund wird vor allem der Abbau der Antibiotika im Tier, in der Gülle und im Boden erforscht.
Versuche im Labor und auf einem uni-eigenen Testgelände zeigten nun, dass 30 Tage nach Aufbringen der Gülle ein Großteil der Antibiotika abgebaut oder fest gebunden ist. "Allerdings sind zwei bis fünf Prozent weiterhin ungebunden im Boden und damit potenziell in der Lage, über Pflanzen in die Nahrung oder ins Grundwasser zu gelangen", sagte Spiteller.
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(dpa)
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