Das Diabetes-Risiko darf nicht unterschätzt werden - aber übertreiben sollte man auch nicht. Doch medizinische Fachverbände und Interessengruppen versuchen derzeit immer mehr Menschen zu Zuckerkranken zu erklären.
Um Salz wird nicht mehr gestritten. Der ehemals als "weißes Gold" bezeichnete Mineralstoff löst längst keine Handelskriege mehr aus. Streit gibt es eher um ähnlich aussehende Kristalle - gemeint ist der Zucker.
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Ärzte und Wissenschaftler sind sich darüber uneinig, welche Zuckerkonzentration im Blut des Menschen aus gesundheitlichen Gründen noch toleriert werden kann. Der Zoff um den Zucker kreist um die Frage, ab wann Menschen in Gefahr sind, zu Diabetikern zu werden - und ob vorbeugend etwas dagegen getan werden kann, damit es nicht so weit kommt.
"Diese Pläne weisen terroristische Züge auf", sagt Günther Egidi vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin. "Patienten werden im Big-Brother-Stil überwacht und die vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand."
Was den Bremer Arzt so in Rage bringt, hört sich schon in der Namensgebung ziemlich martialisch an. Im Frühjahr 2008 wurde ein erster Entwurf für einen "Nationalen Aktionsplan Diabetes mellitus" erarbeitet und einigen ärztlichen Gremien vorgelegt. In dem 178 Seiten langen Text, der mit Unterstützung der pharmanahen Aventis-Stiftung entstanden ist, sind viele erstrebenswerte Ziele im Kampf gegen die Zuckerkrankheit formuliert.
So sollen Übergewicht und Bewegungsmangel eingedämmt und das gesellschaftliche Bewusstsein für die Gefahren eines sesshaften Lebensstils geschärft werden.
"Pathologisierung großer Bevölkerungsteile"
Im letzten Drittel des Papiers finden sich jedoch Passagen, die manche Ärzte wütend machen.
So sieht der Nationale Aktionsplan vor, dass bei Menschen über 45 Jahren untersucht werden soll, ob sie die Neigung zum Diabetes haben.
Der Test könnte zudem Bestandteil der Kontrolluntersuchung "Check-up 35" werden. Auch Altenheimbewohner sind eine mögliche Zielgruppe, um auf Diabetes getestet zu werden. Für Patienten, die den Behandlungszielen nahekommen, sollen Bonus-Zahlungen in Aussicht gestellt werden, und alle Ergebnisse der Untersuchungen womöglich bundesweit gespeichert werden. Zudem sieht der Plan vor, Diabetikern, die kein Insulin spritzen, zu empfehlen, ihren Zucker häufig selbst zu kontrollieren.
"Prinzipiell ist es ja gut, etwas gegen eine so verbreitete Krankheit wie Diabetes zu tun", sagt Allgemeinmediziner Egidi. "Jeder Arzt hat das Ziel, dass weniger Zuckerkranke erblinden, an die Dialyse müssen oder ein Bein durch Amputation verlieren." Die Vorschläge im Nationalen Aktionsplan trügen jedoch nicht dazu bei, die Situation der Kranken zu verbessern. Zudem würden auf diese Weise Gesunde zu Kranken gemacht.
Immer wieder taucht in dem Aktionsplan der Begriff "Prädiabetes" auf. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin warnt deshalb vor der "Pathologisierung großer Bevölkerungsteile" und hat in einer Stellungnahme "die Ausweitung von Diagnostik auf große Teile der Bevölkerung abgelehnt", da dies nicht zu speziellen Behandlungsmöglichkeiten führen würde. "Es ist immer das gleiche Muster", sagt Egidi. "Man verschärft die Grenzwerte und erhöht so die Zahl derer, die angeblich therapiebedürftig sind."
Werte wie von Zauberhand
Seit Anfang Mai gibt es einen neuen Entwurf des Aktionsplans, der die Ziele viel indirekter formuliert. "Wir wollen nicht die ganze Bevölkerung untersuchen", sagt Rainer Lundershausen von der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft (DDG), die maßgeblich an den Entwürfen beteiligt ist. "Es geht uns vielmehr darum, die persönliche Gefährdung der Menschen abzuschätzen und Risikogruppen zu identifizieren." Sei das geschehen, könne man an diese Gruppen gezielt herantragen, dass sie sich mehr bewegen, bewusster ernähren und ihr Gewicht reduzieren sollten.
Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und Diabetes-Experte, muss über solche Vorschläge schmunzeln. "Das hilft auch denen, die keinen erhöhten Zucker haben", sagt der frühere Chefarzt. "Ich wüsste nicht, was man mit identifizierten Risikogruppen macht, das nicht auch anderen Menschen helfen würde."
Ärzte, die den Nationalen Aktionsplan ablehnen, stört, dass Untersuchungen und Therapien nahegelegt werden, für die es keine überzeugenden Nutzenbelege gibt. "Verschiedene große Studien haben in letzter Zeit gezeigt, dass es eher schädlich ist, den Blutzucker unter bestimmte Zielwerte zu senken", sagt Peter Sawicki. "Man sollte lieber erstmal das umsetzen, von dem man weiß, dass es für die Patienten gut ist."
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Diesen Verdacht habe ich schon lange. Es werden Gesunde zu Kranken gemacht.
{Dies wird zum Wohle aller (Kranken ?) in Kauf genommen.]
Hilft es nicht den Patienten so wird es auf jeden Fall der notleidenden PHARMAINDUSTRIE
nicht schaden.
Ich gehe wohl recht in derAnnahme das dies auch für Bluthochdruck gilt
Aufklärung tut Not. rr.
enthält Fleisch doch übermäßig Fett und Cholesterin, dafür aber keine Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Menschen, die tierische Produkte verzehren, tragen ein 10mal höheres Risiko, an einem Herzleiden zu erkranken, und ein um 40% höheres Krebsrisiko. Doch auch das Risiko für andere Krankheiten ist höher, so z.B. für Schlaganfall, Fettleibigkeit, Bliddarmentzündung, Osteoporose, Arthritis, Diabetes, Impotenz und Lebensmittelvergiftung.
Für meine Gesundheit kann ich nur selbst sorgen. Alle anderen sind eher an meiner Krankheit interessiert, da nur die Krankheit - besonders die chronische - einen stabilen Gewinn verheißt.
Die Abzocke mit der Krankheit wird getragen durch eine medizinische Forschung, die sich hauptsächlich mit der Symptomverkleisterung und Ersatzteilen befasst. Die Fragen nach den Ursachen des tatsächlich miserablen Zustandes nicht nur der Bevölkerung in Deutschland wird besser nicht gestellt, weil dann möglicherweise wirtschaftliche Interessen berüht würden, obwohl inzwischen entgegen allen Versprechen über z.B. sinkende Krankenkassenbeiträge die Summe der Aufwendungen incl. Steuerzuschüsse und Eigenanteile bei etwa 20% der Einkommen liegen dürften.
ZITAT:
Eugen Roth (1895 - 1976):
Gleichgewicht
Was bringt den Doktor um sein Brot?
a) die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
Uns zwischen beiden in der Schwebe.
ENDE ZITAT.
Also weiter auf der nach oben offenen Ulla-Schmidt-Skala.
Man muss sich darueber im klaren sein, dass die Medizin in der Regel durch 'trial and error' herausfindet wie sie einem kranken Menschen helfen kann. Das ist durchwegs faszinierend wenn man es im Rueckblick betrachtet. Jedoch mitunter waere es wuenschenswert, wenn die Medizin informationsoffener und ehrlicher waere.
Im Falle des Diabetes gibt es den juvenlien (Typ I) oder den Alters-Diabetes (Typ 2). Es ist bekannnt, dass es zu Typ I aufgrund von Insulinmangel kommt. Man weiss, dass Typ 2 in der Startphase der Krankheit mit einer stark verminderten Signalweiterleitungsstoerung des Hormons in die Zelle zusammenhaengt. Es ist auch bekannt, dass das Hormon Insulin bei weitem nicht nur fuer die Regulation des Blutzuckers zustaendig ist. Wenn man all dies im Kopf hat, dann verwundert es schon sehr, wenn eine Fachorganisation (DDG) und die einschlaegige Grossindustrie derartig kleinkariert zu Wege gehen oder einen Fortschritt in der Behandlung von Typ 2 Diabetikern erreichen wollen.
Wie heißt es so richtig:
"Ein Gesunder ist ein Mensch, der nur noch nicht gründlich genug untersucht worden ist"
Und eine "psychische Abweichung" lässt sich doch immer finden!
Paging