Zwischenfall in Tricastin Transformatorbrand in weltgrößtem AKW

Schwarze Rauchschwaden über der Anlage, die Feuerwehr eine Stunde im Einsatz: Im französischen Atomkraftwerk Tricastin hat ein Transformator gebrannt. Radioaktivität soll nicht ausgetreten sein, auch Menschen wurden offenbar nicht verletzt - das AKW gilt wegen vieler Störfälle als Pannenanlage.

In einem Transformator der südfranzösischen Atomanlage Tricastin ist am Samstag ein Feuer ausgebrochen. Der Brand sei am Nachmittag außerhalb der atomaren Zone der Anlage ausgebrochen und habe keinerlei Strahlenbelastung für die Umwelt und die Bevölkerung zur Folge, teilte die Betreiberfirma EDF mit. Es sei niemand verletzt und der Brand umgehend gelöscht worden.

Der Transformator dient der Weiterleitung des produzierten Stroms in die Stromnetze. Er gehörte zum Reaktorblock 1, der gegenwärtig abgeschaltet ist, und befand sich außerhalb der Nuklearzone. Die Produktionseinheit war EDF zufolge wegen Wartungsarbeiten gerade außer Betrieb.

In ersten Berichten war von einer Explosion kurz vor 15 Uhr die Rede. Die Feuerwehr habe das Feuer am Nachmittag etwa eine Stunde später unter Kontrolle bringen können, schrieb die Regionalzeitung "Dauphiné Libéré". Anwohner des Kraftwerks berichteten von riesigen, dichten Rauchschwaden; Fotos der Lokalpresse zeigen, wie über dem Kraftwerk schwarze Wolken aufsteigen.

Tricastin ist nach EDF-Angaben die größte Atomanlage der Welt. Sie hat vier Druckwasserreaktoren von je 915 Megawatt und ist seit 1981 in Betrieb. Auf dem 600 Hektar großen Gelände sind Kernkraftwerke, Forschungseinrichtungen sowie Betriebe zur Urananreicherung und Abfallbeseitigung untergebracht. In den vergangenen Jahren gab es dort immer wieder Zwischenfälle, über deren Ausmaß die Öffentlichkeit teils erst nach Tagen informiert wurde.