Ein Jahr nach der weltweit ersten Transplantation von zwei kompletten Armen haben die Münchner Ärzte eine Zwischenbilanz gezogen.

Fast genau ein Jahr nach der weltweit ersten Transplantation von zwei kompletten Armen kann der Patient - der Allgäuer Landwirt Karl Merk - die Finger der linken Hand ein wenig bewegen. Das teilte das Münchner Klinikum rechts der Isar, an dem die mehr als 15 Stunden dauernde Operation geglückt war, am Montag mit.

Armtransplantation Karl Merk

Der Patient rund zwei Monate nach der Operation. Mittlerweile hat er große Fortschriftte gemacht. (© Foto: ddp)

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Bei einem Arbeitsunfall vor sieben Jahren hatte ein Maishäcksler dem Bauern Merk beide Arme abgerissen. Finger, Hände und Unterarme waren weltweit zwar schon seit längerem erfolgreich transplantiert worden - mit der Verpflanzung von zwei kompletten Armen betraten die Münchner Mediziner jedoch Neuland. Dem spektakulären Eingriff gingen jahrelange Vorarbeiten voraus.

Seit der Operation verbrachte Merk unzählige Stunden mit Physiotherapie, teilte die Klinik am Montag weiter mit. Dabei lernte er nach und nach, seine neuen Arme immer besser zu nutzen. Und dabei brauchte er viel Geduld - weil seine Nervenzellen nur langsam in die neuen Arme nachwuchsen. Auch Phasen mit Abstoßungsreaktionen überstand der Patient mit Hilfe starker Medikamente. "Die Regeneration der Transplantate ist sehr erfreulich", sagte der Medizinprofessor Hans-Günther Machens. Inzwischen müsse der Patient nur noch einmal wöchentlich ins Klinikum kommen.

Das Münchner Klinikum willl künftig auch anderen Patienten, die Arme oder Hände verloren haben, eine Transplantation ermöglichen. "In Zukunft wollen wir gemeinsam mit den anderen beteiligten Kliniken und Instituten ein Zentrum für Extremitätenrekonstruktion etablieren", kündigte Machens an.

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(dpa/beu)