Tatsächlich ist es so, dass die Versuche dem Betrachter ein hohes Maß an Unvoreingenommenheit abverlangen. Die Macht der Bilder ist groß. Denn auch wenn die Forscher ihre 24 Tiere nach höchsten Standards halten, sie in Frei- und Innengehegen gemeinsam herumtollen lassen, von Tierpflegern umsorgt - ein Affe, an dessen Kopf ein Bolzen anoperiert ist, mit dessen Hilfe er in einer riesigen trichterförmigen Konstruktion fixiert werden kann, ist kein schöner Anblick.

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Die Tiere bekommen auch mehrere Zugänge ins Schädelinnere gelegt, über die zur Messung erforderliche Elektroden eingeführt werden können. Und auch wenn, wie Kreiter erklärt, nach ethischen Maßstäben der Unterschied in der Entwicklung zwischen Makake und Schimpanse viel größer sei als zwischen Schimpanse und Mensch: Große Makaken-Augen können traurig blicken.

Die Gerichte müssen entscheiden

Tierschutz-Kampagnen, entsprechend bebildert, erzielen deshalb stets Wirkung. "Gegen eine in Sekunden geäußerte Behauptung", sagt Reinhard Fischer, "müssen wir Wochen oder Monate ankämpfen." So behaupte Tierschutz-Chef Apel nach wie vor, in Kreiters Labor würden "Geheimversuche" gemacht.

Kreiter hält dagegen, der frühere Wissenschaftssenator Willi Lemke (SPD) - Befürworter der Versuche - und er selbst hätten Apel längst angeboten, zu jeder Tages- oder Nachtzeit unangemeldet die Einrichtung besuchen zu können. Als Vorlauf seien lediglich 30 Minuten nötig, "so lange brauche ich von Zuhause bis zur Uni", sagt Kreiter. Apel kam nie.

Das formale Aus für die Affenversuche hatte sich angedeutet, als Willi Lemke 2005 in einer SPD-internen Kandidatur gegen Jens Böhrnsen um die Nachfolge von Henning Scherf als Bremer Bürgermeister stritt. Böhrnsen positionierte sich gegen die Experimente an Primaten. Diesen populäreren Standpunkt behielt er bei, als er Bürgermeister wurde, was zunächst einen Senatsbeschluss und später ein Votum der Bürgerschaft gegen die Affenforschung nach sich zog.

Nun werden Gerichte entscheiden müssen. Die Ankündigung der Universität, notfalls bis vors Bundesverfassungsgericht zu ziehen, wertete Tierschutzbund-Chef Apel als "Erpressung". Bundesweit diskutieren Fachleute die Verlässlichkeit des Wissenschaftsstandorts Deutschland. Derweil lernt Nepomuk verlässlich weiter, Farben und Formen zu unterscheiden - mindestens noch bis 30. November.

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  1. Ohne Affen geht es nicht
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(SZ vom 17.11.2008/mcs)