In deutschen Labors sterben jährlich Millionen Versuchstiere. Niedersachsen verbietet nun ein besonders makaberes Experiment, bei dem zwei Mäuse aneinandergenäht werden sollen.
Mice tell lies - Mäuse erzählen Lügen. Unter Laborforschern ist dies ein geflügeltes Wort, denn sie wissen, dass sich Ergebnisse aus Tierversuchen nicht immer auf Menschen übertragen lassen. Manchmal führen sie sogar in die Irre, etwa wenn die Tiere nicht mit den Nebenwirkungen reagieren, die später bei Menschen auftreten. Trotzdem werden allein in Deutschland jährlich etwa 2,5 Millionen Tiere zu Forschungszwecken getötet, darunter 1,4 Millionen Mäuse.
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Einen spektakulären Versuch planen Spezialisten für Nierenleiden der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Sie wollen eine gesunde und eine kranke Maus seitlich zusammennähen. Auf diese Weise möchten sie die mit fluoreszierenden Stoffen markierten Zellen der gesunden Maus identifizieren, die ein Nierenversagen der anderen Maus beheben könnten. Von dem Experiment erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse für Menschen mit Nierenversagen. "Die Belastung für die Mäuse ist in den ersten drei Tagen erheblich", beurteilt Hans-Jürgen Hedrich den Versuch seiner Kollegen. "Die Tiere wollen in unterschiedliche Richtungen und haben Schmerzen. Nach zwei Wochen laufen und fressen sie jedoch im Einklang", sagt Hedrich, Leiter der Abteilung Versuchstierkunde und Tierschutzbeauftragter der MHH.
Tierschutz höher eingestuft als Erkenntnisgewinn
Tierschützer protestierten gegen das Vorhaben. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gestattete zunächst, dass Tiere aneinandergenäht wurden. Weitere Versuche, bei denen jeweils einer der Mäuse Nieren entfernt wurden, lehnte das LAVES jedoch ab und rief die Genehmigung zurück. "Die Belange des Tierschutzes wurden höher eingestuft als der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn", sagt Sprecherin Andrea Jark.
Versuche wie die "siamesischen Mäuse" rufen Kritik hervor. Die Manipulation am Tier ist zu offensichtlich. Schon 1995 löste ein Mausversuch Empörung aus. Jay Vacanti von der Universität Harvard hatte damals einer Maus etwas auf den Rücken gepflanzt, das einem menschlichen Ohr glich. Das Bild der "Ohrmaus" ging um die Welt - später stellte es sich als PR-Aktion heraus. Vacanti hatte Knorpelzellen vom Rind gezüchtet, der Form des menschlichen Ohrs nachempfunden und der Maus verpflanzt. Auf diese Weise wollte er auf seine Erfolge in der Gewebezucht aufmerksam machen.
Die Mehrzahl der Manipulationen an Mäusen sind unscheinbarer - das Erbgut der Tiere wird hierbei verändert. Sogenannten Knockout-Mäusen wird ein Gen entfernt. Transgenen Mäusen wird ein Gen für ein Merkmal hinzugefügt. Auf diese Weise sind Nacktmäuse ohne Fell entstanden, sowie dicke Mäuse, bei denen Stoffwechsel-Gene verändert wurden. Den Mäusen, die häufig im Labor verwendet werden, sieht man ihre besonderen Eigenschaften nicht an - etwa Mäusen, die Diabetes entwickeln, oder Tieren für die Immunforschung, denen Zellen des Abwehrsystems fehlen. Die OncoMaus, der Krebs wächst, wurde sogar ein eingetragenes Warenzeichen.
Hans-Jürgen Hedrich schätzt die Belastung für Mäuse, denen Gelenkrheuma angezüchtet wird, ähnlich hoch ein wie die der Doppelmaus. Er prüft derzeit, ab es eine Alternative zu dem geplanten Versuch gibt. "Wenn nicht, stellt die MHH erneut den Antrag", sagt Hedrich. Derweil stehen vor dem Institut, das den Versuch plant, Bodyguards. "Wir haben zwar keine ernsthaften Drohungen erhalten", sagt MHH-Sprecherin Simone Corpus. Man wolle sich aber vor militanten Tierschützern schützen.
(SZ vom 17.8.2007)
Sparpaket
Das beliebteste Versuchstier hat ein Gewicht von 20-30 g, sein Herz hat die Länge von 0,8 cm, der Magen ein Fassungsvermögen von 1,5 ml. Die Rede ist vom Pharmavorkoster des Menschen: Der Maus.
Obwohl diese Daten eindeutig beweisen, daß eine Maus niemals Modellcharakter für den 70.000 Gramm schweren Menschen haben kann, wird mit ihr millionenfach experimentiert - weil sie so billig ist und so handlich. Neben Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten werden Mäuse als »klassische Laboratoriumstiere« beschrieben, »da ihre Zucht, Haltung und Pflege weniger aufwendig ist als die der größeren Tiere«. Ausschließlich wirtschaftliche Aspekte bestimmen demnach diese Auswahl, die mit wissenschaftlicher begründeter Selektion nicht das Geringste zu tun hat. (»Größere Tiere« sind übrigens auch kein Abbild des Menschen und deswegen genauso wenig geeignet.)
SCHEIN-Innovationen sind, die keinerlei zusätzlichen Nutzen bringen, ist es eine Schande, dafür Millionen von Tieren zu quälen und zu opfern.
Laut Tierschutzgesetz, §7, Abs. 5 sind
"Tierversuche zur Entwicklung von Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und Kosmetika sind
grundsätzlich verboten"
Der Hinweis "tierversuchsfrei", den man auf vielen Kometika findet, ist also eher eine Marketingmassnahme, zum anderen entspricht die Behauptung, dass ein Grossteil der Tierversuche für sowas stattfindet, nicht den Tatsachen.
Die Aussage, dass man auf Tierversuche bei "Scheininnovationen"/Me-Too-Präparaten verzichten könne, ist grob fahrlässig. Auch winzige Veränderungen an einer bekannten Strukturen führen oft zu vollkommen anderen toxikologischen Eigenschaften.
Also bitte, wie hier auch schon richtig bemerkt: Unsere Pharmaproduzenten verkaufen in erster Linie Versprechen, von denen sie den Grossteil nicht halten können. Ausserdem sind sie prinzipiell schon an Heilung nicht interessiert, sondern an Abhängigkeit. Niemand sägt den Ast ab, auf dem er sitzt.
DW
um nur die wichtigsten Gründe für millionenfachen Tiermißbrauch zu nennen.
Wie hier schon richtig bemerkt, besteht keinesfalls die "echte" Notwendigkeit, Basisstoffe und Verfahren immer wieder unabhängig voneinander stereotyp zu testen. es besteht auch kein wirklicher Grund, beinahe identische Kosmetika immer wieder aufs neue komplett zu testen. Leider ist das nunmal nicht so einfach, denn zum einen müsste der Gesetzgeber bzw. die Politik ausnahmsweise einmal klare und vernünftige Vorgaben erstellen (das war noch nie da, da es immer allen recht gemacht werden muss), zum anderen würde ein solches Prinzip eine offene Gesellschaft voraussetzen, in der Wissen nicht eifersüchtig wie das Tafelsilber unter der Matratze gehortet wird, sondern frei verfügbar wäre. Eine offene, und - wichtig: verlässlich d.h. kontrollierte - Wissens- und Erfahrungsdatenbank wäre die Voraussetzung dazu. Damit könnte man sicherstellen, dass nicht unnötig mehrfach das selbe getestet wird. Zum dritten müssten die Pharmahersteller den Fokus auf wirkliche Hilfe legen, was mehr noch wie die vorgenannten Punkte absolute Utopie ist, da diese Unternehmen wirtschaftlich arbeiten [müssen].
Es wäre also nötig, dass alle an einem Strang ziehen und nur sinnvolle oder benötigte Medikamente bzw. Kosmetika entwickelt werden. Dem ist absolut nicht so. Erstens schafft es die Menschheit keine 24h ohne Krieg, zum anderen ist die Gier zu gross und die Lage viel zu verfahren, wirtschaftliche Interessen werden über Moral und Ethik gestellt. Auch der "Erkenntnisgewinn" ist scheinbar wichtiger wie alles andere.
Und die Meinungsmacher und Propagandaflüsterer beherrschen ihr Handwerk, wie mehrere Beiträge hier im Forum beweisen: Obwohl es als bewiesen betrachtet werden kann, dass der überwältigende Grossteil der Versuche für "sinnlose" Produkte durchgeführt wird, argumentieren die Befürworter flach mit Totschlagargumenten a la "den Gegnern sollte man jede medizinische Hilfe verweigern". Bitte Hirn einschalten!
- Mit welchen Medikamenten wird am meisten Geld verdient?
- Wie gross ist der Gewinn bei Kosmetika?
- Wie wirksam sind unsere Medikamente wirklich?
- ist hier irgend jemand, der im Ernstfall nicht auch nach jedem Strohhalm greifen würde?
Also bitte, wie hier auch schon richtig bemerkt: Unsere Pharmaproduzenten verkaufen in erster Linie Versprechen, von dene
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