Tierschutz Hitzige Debatte ausgelöst

Viele Nashornfarmer haben sich der Private Rhino Owners Association angeschlossen und fordern nun die Freigabe des Hornhandels. Schätzungsweise 20 Tonnen Horn lagern in Südafrika, ein großer Teil im Besitz privater Nashornfarmer.

"Wir können den Bedarf an Horn 15 bis 30 Jahre lang bedienen", sagt John Hume, der größte Nashornfarmer der Welt, der allen seinen 764 Nashörnern die Hörner abschneiden hat lassen. "Das gelagerte Horn ist Millionen wert. Der beste Weg, die Zukunft der Nashörner zu sichern, ist, lebendige Tiere wirtschaftlich wertvoll zu machen." Rhinohorn wächst wie menschliche Fingernägel nach und könnte somit fortlaufend "geerntet" werden.

Die Bekanntmachung der Umweltministerin hat eine hitzige Debatte ausgelöst. Tierschutzorganisationen wie OSCAP (Outraged SA Citizens Against Poaching) und der WWF machen darauf aufmerksam, dass die Rechnung der Legalisierungsanhänger einige Unbekannte enthält. So wird davon ausgegangen, dass der legale Verkauf des Horns zu einem Preissturz führen wird, der die Wilderei unattraktiv macht.

Die Freigabe des Hornhandels könnte die Nachfrage aber auch weiter anheizen, wie unlängst beim Elfenbein geschehen. Und kann die Nachfrage legal nicht bedient werden, wird weiter gewildert werden.

Vorerst bleibt der Handel mit Horn ohnehin verboten, denn für ein neues Handelsabkommen müssten sich zwei Drittel der Abstimmungsberechtigten für eine Änderung des Artenschutzabkommens aussprechen. Experten vermuten, dass eine solche Änderung mehrere Jahre beanspruchen würde.