Das ecuadorianische Umweltministerium beteiligt sich an dem Projekt, "weil der Kondor eine immense Symbolkraft für das Land hat und weil er ein Indikator für ein intaktes Ökosystem ist", sagt der Regionaldirektor des Umweltministeriums Segundo Fuentes. Gemeinsam mit der GTZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wird man daher einen Antrag auf die Einrichtung eines Naturschutzreservat für dieses Gebiet auf den Weg bringen, um auch die unmittelbare Umgebung zu schützen.

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Für Peter Linder, den neuen deutschen Botschafter in Quito, der seinen ersten Projektbesuch zum Kondorpark machte, ist es daher auch besonders wichtig, "dass durch dieses Projekt ein Beitrag zum Erhalt der Biodiversität geleistet und damit insbesondere auf die Verletzbarkeit des Kondors aufmerksam gemacht wird".

Große Teile des zukünftigen Naturschutzgebietes werden allerdings noch landwirtschaftlich genutzt. Ein Ausbildungsprogramm zu ökologisch nachhaltiger Landwirtschaft richtet sich daher an die Landwirte, die bislang eher konventionell mit Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln ihre Felder bewirtschaften und damit zur Verunreinigung des Wasser beigetragen haben.

In dieser Zone gibt es bis zu 35 Quellen, aus denen nicht nur die Bewohner aus der unmittelbaren Umgebung, sondern auch die Städter ihr Wasser beziehen. "Wir müssen die Leute auch darüber aufklären, woher das Wasser eigentlich kommt, wie es verunreinigt wird und damit auch für die im Dorf auftretenden Krankheiten verantwortlich ist" sagt Miriam Factos, die Projektleiterin der GTZ.

Es werden Workshops durchgeführt, in denen es um Umweltbildung geht und auch das unsägliche Vorurteil ausgeräumt werden soll, dass der Kondor lebende Tiere reißen würde. Außerdem will man mehr darüber wissen, wie die Menschen über den Kondor denken, ob sie ihn tatsächlich schießen oder aus den Nestern holen und welche kulturhistorischen Überlieferungen sie über ihn kennen.

Die Gemeindebewohner werden in das Projekt, das auf zwei Jahre angesetzt ist, einbezogen. "Diese Gegend ist strategisch wichtig, aber es existiert noch kein Bewirtschaftungsplan. Den werden wir gemeinsam mit den Kommunen und der Provinzverwaltung erarbeiten", sagt Miriam Factos.

Es fanden sich bereits Dorfbewohner, die im Rahmen des Hilfsprojekts "Minga" den steilen Weg hin zur Futterstelle begehbar machten. Für mindestens ein Jahr wird auch eine Person dafür bezahlt, die Futterstelle in Ordnung zu halten.

Die Provinz Imbabura ist bekannt für ihre wunderschönen Seen und einen gut funktionierenden Ökotourismus. Doch der wirtschaftliche Aufschwung kommt rund um den Vulkan Imbambura nicht so recht an. Die GTZ will daher durch das Kondorschutzprogramm auch den umweltverträglichen Tourismus stärken, der letztendlich den Einwohnern zugutekommt.

Der Autor ist Mitarbeiter der GTZ Ecuador.

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  1. "Ein Kondor im Kochtopf"
  2. Sie lesen jetzt "Immense Symbolkraft für das Land"
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(sueddeutsche.de/mcs/grc)