Thunfische schwimmen fast 6000 Kilometer, um zu laichen. Um in den Golf von Mexiko oder ins Mittelmeer zu gelangen, benötigen sie weniger als ein halbes Jahr.

Blauflossen-Thunfische durchqueren den gesamten Atlantik, um zu ihren beiden Laichgebieten im Golf von Mexiko und im Mittelmeer zu gelangen. Dabei legen sie mehr als 5800 Kilometer zurück, berichten Biologen der Universität Stanford (Hydrobiologia, Bd. 582, S. 91, 2007).

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Forscher von Tag-A-Giant markieren einen Thunfisch. (© Foto: Capt. Gary Stuve)

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Die Forscher haben mehrere Thunfische vor der Küste Irlands, wo die Fische bevorzugt nach Makrelen jagen, mit Sensoren bestückt. Diese waren programmiert, sich nach einiger Zeit von der Haut der Fische zu lösen, an die Oberfläche zu steigen und Daten über die bisherige Route an einen Satelliten zu senden.

Einer der Fische schwamm innerhalb von sechs Monaten mehr als 5800 Kilometer nach Südwesten. Als sich der Sensor löste, befand sich das knapp 250 Kilogramm schwere Exemplar in der Karibik vor der kubanischen Küste.

Mehr als 5000 Kilometer entfernt jagte zur selben Zeit ein anderer Thun aus Irland vor der Küste Portugals.

Zuvor hatte er sich in der Nähe des Mittelatlantischen Rückens aufgehalten. Ein dritter Fisch schwamm durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer, wo er nach einer Reise von knapp 2800 Kilometern einem Fischer vor Malta ins Netz ging.

Die Tiere blieben die meiste Zeit dicht an der Oberfläche, wo die Wassertemperatur mit 12 bis 16 Grad relativ warm ist.

Aus den Sensordaten lesen die Forscher, dass sich die beiden Thunfisch-Bestände des West- und Ostatlantiks bei der Nahrungssuche vermischen. Zur Fortplanzung gingen die Tiere jedoch wieder getrennte Wege, um in ihre Laichgebiete zurückzukehren.

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(SZ vom 7.8.2007)