Mehr als 1000 Patienten sind schon angereist, um sich für 20.000 Dollar solche Zellen ins Rückenmark spritzen zu lassen. Doch als ein Team von US-Experten vor kurzem einige Patienten nachuntersuchte, hatte keinem die Therapie etwas gebracht.
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"Dafür erlitt der Großteil schwere Nebenwirkungen wie Hirnhaut- oder Lungenentzündung", sagt Teamleiter Bruce Dobkin. Die Chinesen sammelten nicht einmal die Daten, um Risiken und Erfolge auszuwerten. "Es schockierte uns."
Vor diesem Hintergrund ist es noch rühmlich, dass Cells4Health die Daten seiner Kunden in einer Studie auswerten wollte. Die Firma stellte sich allerdings nicht sehr geschickt an.
Versuch gestoppt
Der Versuch wurde gestoppt, nachdem das Zentralkomitee für Forschung am Menschen das Versuchsdesign und das Risiko für die Patienten kritisiert hatte. Inzwischen untersucht auch die oberste Gesundheitsbehörde der Niederlande die beiden Stammzelltherapie-Verkäufer PMC und Cells4Health.
Die Untersuchung soll bald abgeschlossen sein, sagt Piet van der Hoek von der Behörde. Bis dahin werden Patienten darauf hingewiesen, dass "Skeptizismus und Vorsicht angeraten sind".
Ob sich die Firmen stoppen lassen, ist allerdings fraglich. In Irland hat das Unternehmen ACT (das eine Adresse in Genf besitzt und nichts mit seinem Namensvetter in den USA zu tun hat) vor kurzem einen ungewöhnlichen Ausweg ersonnen: Als das Irish Medicines Board weitere Stammzellbehandlungen verbot, charterte ACT kurzerhand ein Schiff und bot den Kranken an, sie in internationalen Gewässern zu behandeln.
Kulanterweise sogar ohne Aufpreis auf die Tausende von Euro teure Therapie: "Die Kosten der Fähre", hieß es, "werden von ACT übernommen."
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(SZ vom 22.9.2006)
Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen