"Die Kollegen aus Norwegen lassen ihre Zellen zu lange stehen, bevor sie sie einsetzen", vermutet Zeiher, der jüngst selbst eine Firma namens t2cure gegründet hat. Seine Firma solle aber nicht "Patienten abzocken", versichert er.

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Vielmehr will er Financiers anlocken, die eine Studie mit mehr als 1200 Infarktpatienten sponsern, um die günstigen Effekte der Stammzelltherapie endlich zu untermauern. Was die anderen Firmen mit den Patienten machten, sei dagegen "eine Schweinerei", sagt Zeiher.

Der Arzt betrachtet auch mit Unbehagen, dass selbst deutsche Universitäten die Therapien mit allzu großen Versprechungen vermarkten.

So feierte die Uniklinik Rostock vor kurzem den fünften Jahrestag ihrer Stammzelltherapie nach Herzinfarkt und behauptete aus diesem Anlass, dass Gewebeerneuerung durch Stammzellen bereits "an die Stelle eines Schrittmachers oder gar der Transplantation" getreten sei. In Rostock seien 60 Patienten "mit Erfolg" behandelt worden.

Dabei lassen sich solche Schlüsse gar nicht aus einzelnen Beobachtungen ziehen. Andreas Zeiher gebührt die Ehre, der erste Wissenschaftler zu sein, der die (geringe) Wirkung seiner Herzinfarkt-Therapie mit einer Placebo-Behandlung untermauerte.

Denn die Hälfte der 200 Patienten erhielt nur eine Spritze ohne Stammzellen, obwohl ihnen ebenfalls Knochenmark entnommen worden war. "Die Studie war an der Grenze des ethisch Machbaren", räumt Zeiher ein.

Aber das sei der einzige Weg, positive Effekte der Therapie wirklich den Stammzellen zuzuschreiben. Denn wie das Beispiel der MS-Patientin Frost zeigt, kann Hoffnung ungeahnte Prozesse in Gang setzen.

Auf diese Hoffnung setzt auch der chinesische Neurochirurg Huang Hongyun. Er behandelt Querschnittsgelähmte mit mysteriösen Stammzellen aus den Nasen abgetriebener Föten.

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