Um ihren steigenden Trinkwasserbedarf zu decken, wandeln viele Küstenländer Meer- in Süßwasser um. Nun warnt der WWF, dies könne die Wasserversorgung in der Zukunft gefährden.
Meerwasser das Salz zu entziehen, um daraus Trinkwasser zu gewinnen, gilt als eine der Maßnahmen im Kampf gegen die drohende weltweite Wasserknappheit. Doch daraus könnte sich ein Teufelskreis enwickeln, warnen Vertreter des "World Wide Fund For Nature" (WWF).
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Basilikumplantage in Kalifornien: Zukünftig mehr Entsalzungsanlagen. (© Foto: AP)
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Denn die Entsalzung durch das Filtern und Verdunsten von Meerwasser ist sehr energieaufwendig und produziert erhebliche Mengen an Treibhausgasen, so die Umweltorganisation.
Die CO2-Emissionen führen zur globalen Erwärmung und verstärkten so das Abschmelzen von Eis in den Polregionen und Gletschern. Die im Eis gespeicherten Wasservorkommen machen 69 Prozent der weltweiten Trinkwasserreserven aus. Wenn sie schmelzen, vermischt sich ein Teil mit dem Salzwasser des Meeres und wird ungenießbar. Um es nutzen zu können muss es dann wieder entsalzt werden.
Durstige Pflanzen in besonders heißen Gegenden angebaut
Länder wie Spanien, Saudi Arabien, Australien und andere, die in trockenen Regionen angesiedelt sind, sollten sich deshalb mehr auf das Wassersparen und die Wiederverwertung von Süßwasser konzentrieren, rät die Organisation.
Große Entsalzungsanlagen "bergen die Gefahr, einen großen Teil der öffentlichen Wahrnehmung, der Politik und der Geldmittel von der dringlichen Aufgabe abzulenken, unser Wasser klug zu verwenden", heißt es in dem WWF-Report.
In dem Bericht wird kritisiert, dass das so gewonnen Wasser momentan häufig für unsinnige Projekte genutzt werde. Bereits jetzt würden viele Landwirte entsalztes Wasser einsetzen, "um unpassend durstige Pflanzen in besonders heißen Gegenden" anzubauen.
"Es ist unwahrscheinlich, dass Landwirtschaft auf der Basis von entsalztem Wasser auf irgendeine Art wirtschaftlich ist.", folgern die Experten in dem Report. In vielen Gegenden gebe es billigere, bessere und umweltschonendere Möglichkeiten, Äcker zu bewässern.
Golfplätze an der Mittelmeerküste werden bewässert
Nach Schätzungen des WWF existieren heute weltweit rund 10.000 Entsalzungsanlagen. Die Hälfte davon sind in der Golfregion zu finden, wo einige Ölstaaten bis zu 60 Prozent ihres Wasserbedarfs über entsalztes Meerwasser decken.
Auch Australien und Spanien verwenden diese Technik häufig, das Mittelmeerland unter anderem zur Förderung der Besiedlung trockener Gegenden, für die Landwirtschaft und für den Betrieb von Golfanalgen entlang der Küste.
Die WWF-Experten prophezeien, dass die Zahl der Anlagen weltweit noch um ein Vielfaches zunehmen wird. In Ländern wie den USA, China und Indien wachse die Bevölkerung in trockenen Gegenden stark an, weshalb diese Staaten die Trinkwasserversorgung dort ausbauen müssten.
Nicht nur die Kohlendioxid-Emissionen, auch die Auswirkung auf das marine Ökosystem macht den Umweltschützern Sorgen. Sie regen deshalb Forschungen darüber an, wie Meeresbewohner auf den höheren Salzgehalt und die Salzlauge reagieren, die Nebenprodukte des Prozesses sind.
Ganz verdammen möchte die WWF den Entsalzungsprozess jedoch nicht: So könnte er in Gegenden mit verschmutztem Wasser große Fortschritte bringen. Allerdings müssten die Anlagen immer auf ihren Bedarf hin geprüft und so gebaut und betrieben werden, dass Umweltschäden zu vermeiden sind.
(sueddeutsche.de/Reuters)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Es gibt Wissenschaftler, die der Meinung sind, dass der der Salzgehalt der Ozeane zu niedrig ist und dieses wiederum zur negativen Klimaveraenderung fuehrt. Die empfehlen Entsalzungsanlagen fuer jeden Haushalt an den Kuesten. Macht irgendwie Sinn.
Um Wasser zu sparen, sollten wir unsere Konsumgewohnheiten überdenken.
"Weltweit werden 70 Prozent des Wassers, das der Mensch verbraucht, in der Landwirtschaft genutzt. Besonders hoch ist der Wassereinsatz in der Fleischproduktion, [...] So erklärt sich, dass für die Produktion von einem Kilogramm Steak etwa 14 000 Liter Wasser erforderlich sind. "
"Für die Produktion eines einzigen DIN-A-4-Blattes sind nach Angaben der Unesco zehn Liter Wasser erforderlich."
siehe: sueddeutsche.de/wissen/artikel/251/83168/
Mein Vorschlag:
Auf jeder Verpackung müsste stehen, wie viel Wasser bei Produktion des Artikels verbraucht wurde. Wenn man schon dabei ist, könnte man noch die Menge an Klimagasen dazuschreiben.
Vielleicht könnte man noch den jährlichen Durchschnittsniederschlag der Ursprungsregion dazuschreiben, damit man die Menge des verbrauchten Wassers richtig beurteilen kann.
Richtig. Auf die Prioritäten und die Bedürfnisse der Menschen die wirklich unter Wassermangel leiden kommt es an. Ich habe den WWF Bericht nicht gelesen, kann mir aber nur schwer vorstellen, dass dies ausser Acht gelassen wurde. Der Artikel hier ist eine Zusammenfassung und verfälscht möglicherweise die Kernaussage ein wenig.
Wird doch gemacht, es gibts sogar vom THW ein Entsalzungsgerät, was man als Zelt benutzen kann.
Dauert halt seine Zeit und Städte kann man so nicht versorgen. Zumindest kenne ich keine Anlagen in dieser Bauart in großem Maßstab. Wäre vielleicht ein tolles Pilotprojekt, was zu machen wäre.
Es ist ja sicher sinnvoll, mit Süßwasser hauszuhalten. Und man kann sich schon fragen, ob ausgerechnet in Gegenden mit Wasserknappheit Golfplätze angelegt werden müssen oder für den Weltmarkt Gemüse angebaut werden muss, das einen großen Wasserbedarf hat. Dass man aber Ländern, die in Wüstengegenden liegen, vorhält, dass sie Anlagen zur Gewinnung von Süßwasser sich zulegen, ist doch reichlich lebensfern und geht an den natürlichen Bedürfnissen der Menschen vorbei. Vor allem halte ich die Vermutung für nachgerade lächerlich, wonach der Salzgehalt im in der Nähe von Entsalzungsanlagen befindlichen Meerwasser in beunruhigendem Maße ansteigen könnte. Dann müssen eben die Fische zehn Meter weiter wegschwimmen, wenn ihnen das rückgeleitete Wasser zu salzig ist.
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