Bach-Blütentherapie 38 Blüten gegen alle Leiden

Selbstredend werden die Blütentropfen auch zur Bewältigung pädagogischer Probleme empfohlen: Beispielsweise sei Kindern, die nicht gern alleine spielten, mit Odermennig beizukommen, "boshaften" und "eigensinnigen" hingegen mit Stechpalme oder Weinrebe. Auch bei Lese- und Rechtschreibproblemen sollen Bach-Blüten helfen.

Zwar sollen die Blütenessenzen tropfenweise (vier Tropfen aus dem Einnahmefläschchen auf ein Glas Wasser, viermal täglich) eingenommen werden. Sie helfen angeblich aber auch schon, wenn man ein Fläschchen davon bei sich trägt oder neben sich ans Bett stellt. Auch fünf Tropfen auf ein Vollbad seien hilfreich.

Mittlerweile gibt es auch "Heilsalben" zu äußerlicher Anwendung, bei denen Bach-Blüten in eine neutrale Cremegrundlage eingearbeitet sind. Die Tropfen können selbstverständlich auch anderen, Kindern oder Ehepartnern etwa, ohne deren Wissen ins Essen oder in ein Getränk geträufelt werden.

Entgegen aller Behauptungen Scheffers und ihrer Anhänger tragen die Bach-Blüten-Essenzen außer dem Alkohol keinerlei Wirkstoff in sich. Es lässt sich nicht der geringste Unterschied zwischen den einzelnen Präparaten feststellen. Die einzelnen "stockbottles" enthalten Wasser und ein wenig Alkohol, sonst gar nichts.

Ähnlich wie bei vielen anderen alternativen Therapieangeboten kann die Bach-Blüten-Therapie bei manchen Patienten einen Placeboeffekt hervorrufen. Aber für eine zuverlässige Wirkung gibt es keinen einzigen ernsthaften Beleg.

Colin Goldner ist klinischer Psychologe. Er setzt sich seit etlichen Jahren kritisch mit alternativen Heilverfahren auseinander.

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