Von Franziska Draeger

Übertragbare Tumore verbreiten sich rasant unter Tasmanischen Teufeln. Nun haben Wissenschaftler deren Ursache gefunden.

Australische Wissenschaftler haben die Ursache für die tödliche Seuche ermittelt, unter der die Tasmanischen Teufel (Sarcophilus harrisii) aus der Familie der Raubbeutler leiden. Seit 1996 kennt man die Plage, an der mittlerweile wahrscheinlich bereits die Hälfte der Tiere gestorben sind. Devil Facial Tumor Disease - Teufel-Gesichtsgeschwür - heißt die Krankheit, die über Bisse übertragen wird.

Tasmanischer Teufel, Sarcophilus harrisii

Der Tasmanische Teufel könnte in zehn bis zwanig Jahren ausgestorben sein. (© Foto: AFP)

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Wenn mehrere der einzelgängerischen Tiere von einem Stück Aas angelockt werden und kreischend um die besten Stücke kämpfen, verletzen sie sich oft gegenseitig im Gesicht. Tumorzellen eines erkrankten Tieres gelangen dabei in den Körper des Gegners und wuchern ungehemmt. An der Schnauze befallener Tiere bilden sich Geschwüre, die innerhalb weniger Monate so groß werden, dass die Beutler nicht mehr fressen können. Oft wachsen die Speiseröhre oder der Mundraum zu, die Teufel verhungern.

Wenn sich der Tumor weiterhin so rasend verbreitet, könnte die Art in zehn bis 20 Jahren ausgestorben sei. Bereits jetzt leben die Tiere nur noch in Tasmanien, während sie auf dem australischen Festland schon vor Jahrhunderten ausgerottet wurden.

Wie die Forscher um Tony Papenfuss vom Walter and Eliza Hall Institute in Melbourne im Fachmagazin Science (Bd.327,S. 84,2010) berichten, haben sie durch genetische Analysen herausgefunden, aus welchem Gewebe die infektiösen Tumorzellen stammen. Sie scheinen sich aus sogenannten Schwannzellen entwickelt zu haben. Das sind Zellen, welche die Nervenfasern im Rückenmark ummanteln und so die Übertragung elektrischer Impulse beschleunigen. Die Forscher entdeckten einen genetischen Marker, der eine eindeutige Diagnose des Tumors erlaubt. Aufgrund der neuen Erkenntnisse hoffen sie, einen effektiven Impfstoff entwickeln können. Die Studie ist Teil eines großen Projektes zur Rettung der Beuteltiere, dem "Save the Tasmanian Devil Program".

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(SZ vom 05.01.2010/beu)