Homo- und Heterosexuelle bewerten die Attraktivität möglicher Partner auf gleiche Weise.
Die Fähigkeit, Gesichter zu erkennen, ist für den Menschen besonders wichtig. Daran wirken viele Teile des Gehirns mit, und mindestens ein Areal scheint darauf spezialisiert zu sein, sexuelle Attraktivität zu beurteilen, wie zwei Forscherinnen von der Universität und der ETH Zürich herausgefunden haben (Current Biology, Bd.16, S.63, 2006).
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40 Personen hatten Felicitas Kranz und Alumit Ishai zu einem Experiment eingeladen: je zehn heterosexuelle Männer und Frauen sowie homosexuelle Männer und Frauen. Sie sollten Gesichter auf einem Monitor anschauen und deren Attraktivität per Knopfdruck bewerten.
Dabei beobachteten die Wissenschaftlerinnen die Gehirnaktivität ihrer Probanden mittels eines funktionalen Magnetresonanz-Tomografen. Während sich alle - unabhängig von der sexuellen Orientierung - über die Attraktivität der gezeigten Gesichter einig waren, zeigten sich in einem Hirnbereich Unterschiede: im so genannten orbitofrontalen Cortex, direkt hinter der Stirn.
Hier reagierten heterosexuelle Männer und lesbische Frauen stärker auf anziehende weibliche Gesichter als die anderen Gruppen. Bei heterosexuellen Frauen und schwulen Männern kamen dagegen attraktive Männer besser an.
Weil es abgesehen davon aber keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Homo- und Heterosexuellen gab, bewertet das Hirn offenbar nur, ob Sex mit dem Gegenüber erstrebenswert wäre. Und nicht ob aus der Verbindung Kinder entstehen könnten - das hatten sich die Forscherinnen nämlich auch gefragt. wsa
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