Stromsparen Welche Partei hat die besten Konzepte?

Eine Unternehmensinitiative hat die Effizienzpläne der Parteien bewertet. Sie fand insgesamt wenig Grund zum Loben, einen Überraschungssieger und ein "Foul".

Von Marlene Weiß

Bei kaum einem Thema sind sich die Parteien im Grundsatz so einig wie beim Energiesparen: Energieeffizienz finden alle super, etwa so wie Familien und Bildung. Da ein geringerer Energieverbrauch jedoch schon lange parteiübergreifend zum wichtigen Teil der Energiewende erklärt wird und es dennoch beim Einsparen nicht recht vorangeht, ist die interessantere Frage, wie man dieses Ziel erreichen kann - und da liegen die Meinungen doch recht weit auseinander. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) und der Anbieter-Vereinigung Energiesparnetzwerk (ESN) unter den großen Parteien, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

"Überraschungssieger" der Umfrage ist nach Einschätzung der Auftraggeber ausgerechnet die Linke: Sie will verbindliche Energieeinspar-Ziele in Deutschland und auf europäischer Ebene. Unternehmen sollen nur noch dann von Abgaben auf den Strompreis befreit werden, wenn sie im internationalen Wettbewerb stehen und besonders effizient produzieren.

Allerdings kritisiert die Deneff die Forderung der Partei, Eigentümer zu Sanierungen zu verpflichten, ebenso wie Unternehmen zu Energieeinsparungen - das sei oft nicht wirtschaftlich oder nicht technisch umsetzbar und könne die Akzeptanz für Effizienzmaßnahmen schädigen.

Auch Grüne und SPD sind für verbindliche EU-Einsparziele. Die EU will zwar offiziell bis 2020 ein Fünftel des prognostizierten Energieverbrauchs einsparen, ist jedoch weit entfernt davon, dieses Ziel zu erreichen. Vor zwei Jahren hatte die EU-Kommission eine Richtlinie vorgeschlagen, die die Staaten zu mehr Effizienz zwingen sollte. Sie wurde aber in den Verhandlungen stark aufgeweicht, auch auf Drängen der Bundesregierung, vertreten durch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).