Theodor Hänsch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching teilt sich die Hälfte der Auszeichnung mit dem US-Forscher John Hall für Beiträge zur Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektrographie. Die andere Hälfte geht an den Amerikaner Roy Glauber für Beiträge zur Quantentheorie der optischen Kohärenz.

Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

Theodor Hänsch

Theodor Hänsch (© Foto: dpa)

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Hänsch und Hall teilen sich eine Hälfte der Auszeichnung für Beiträge zur Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektrographie, Glauber bekommt die andere Hälfte des Preises für Beiträge zur Quantentheorie der optischen Kohärenz.

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Im vergangenen Jahr hatten die drei US-Forscher David J. Gross, H. David Politzer und Frank Wilczek den Physik-Nobelpreis für Erkenntnisse zur Kraft zwischen den kleinsten Materieteilchen erhalten, den Quarks.

Der Physiker Hänsch ist Lehrstuhlinhaber für Experimentalphysik und Laserspektroskopie der Ludwig-Maximilians-Universität in München und leitet das Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München.

Hänsch wurde 1941 geboren und promovierte 1969 in Heidelberg. Er gilt als einer der renommiertesten Physiker weltweit und ist unter anderem Träger Bundesverdienstkreuzes.

"Ich hab den Anruf aus Stockholm in meinem Münchner Büro bekommen", sagte Hänsch (63) am Telefon. "Draußen warten die Leute mit Champagner auf mich. Aber ich hab keine Zeit zum Feiern, weil ich ein Flugzeug nach San Francisco schaffen muss."

"Ich war sprachlos und sehr, sehr glücklich. Jetzt versuch ich mich an den Gedanken zu gewöhnen", ergänzte er. Was er mit dem Geld machen will, wisse er noch nicht.

Auswirkungen auf Telekommunikation und Navigation

"Unsere Entdeckungen werden wohl vor allem bei der Telekommunikation und bei der Navigation die weitestgehenden praktischen Auswirkungen haben", meinte Hänsch.

Er hatte 16 Jahre an der Stanford University in den USA geforscht und kam dann nach Deutschland zurück. Mit seiner Firma Menlo Systems will er im gewaltigen Markt der optischen Nachrichtentechnik mitmischen.

Der Forscher war für seine bahnbrechende Forschung in der Laserspektroskopie im Sommer bereits mit dem Otto-Hahn-Preis 2005 ausgezeichnet worden.

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Peter Gruss, zeigte sich hoch erfreut über die Entscheidung des Nobelpreis-Komitees. Die Quantenoptik sei ein zukunftsweisendes Gebiet, mit dem sich die Max-Planck-Gesellschaft seit Jahren beschäftigt.

Es zeige aber auch, dass die MPG Rahmenbedingungen zur Verfügung stellt, die letztlich erst Spitzenforschung ermöglichen.

Als Direktor des MPG-Instituts für Quantenoptik und als Professor an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) vereinige Hänsch in seiner Person den Wissenschaftler als auch den Nachwuchs fördernden Hochschullehrer, betonte Gruss.

Am Mittwoch folgt die Bekanntgabe der diesjährigen Chemie- Nobelpreisträger. Traditionsgemäß werden alle Nobelpreise am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

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(dpa/AFP)