Mars gibt in diesem Jahr den Weihnachtsstern. Und es sind Hunderte Meteore zu sehen.
Die Aufgabe ist nicht eben spannend, aber Henrietta Swan Leavitt verfolgt sie mit großer Akribie. Die Astronomin gehört zu jenen Frauen, die um die Wende zum 20. Jahrhundert am Harvard-Observatorium wissenschaftliche Fronarbeit leisten.
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Die Sterne im Dezember (© Grafik: M.Rothe)
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Leavitt katalogisiert Sterne, deren scheinbare Helligkeit schwankt. Dazu vergleicht sie Fotos der beiden Magellanschen Wolken, den Begleitgalaxien der Milchstraße, und findet hunderte solcher kosmischen Blinkfeuer.
Als sie die Sterne nach Helligkeit und Periode sortiert, macht sie eine Entdeckung: Es scheint so, als wären Sterne, die in kurzem Rhythmus flackern, lichtschwächer als solche mit langer Periode. Weil alle untersuchten Sterne gleich weit von der Erde entfernt sind, spiegeln die Helligkeiten am Himmel die echten Leuchtkräfte wider.
Daraus können die Astronomen umgekehrt auf die Distanzen schließen. Henrietta Swan Leavitt hatte den Schlüssel zur Vermessung des Universums gefunden. Der Prototyp der von ihr studierten Veränderlichen-Familie heißt Delta Cephei (Karte). Im Jahr 1923 maß Edwin Hubble mit der Cepheiden-Methode erstmals die Entfernung zu einer fernen Galaxie, dem Andromedanebel. Henrietta Swan Leavitt erlebte diesen Erfolg nicht, sie starb am 12. Dezember 1921.
Mars gibt dieses Jahr den Weihnachtsstern und strahlt die ganze Nacht vom Firmament. Am 24. Dezember gelangt der Rote Planet in Opposition zur Sonne. Dabei nähert er sich der Erde bis auf 88,2 Millionen Kilometer und erscheint als rötlich leuchtender Lichtpunkt in den Zwillingen. Ebenfalls am Heiligen Abend wird Mars vom Vollmond bedeckt.
Das 30-Minuten-Schauspiel beginnt gegen 4.40 Uhr und lässt sich östlich der Linie Essen - Nürnberg verfolgen. Merkur und Jupiter bleiben unbeobachtbar. Venus strahlt am morgendlichen Osthimmel, Saturn im Löwen geht Mitte des Monats gegen 22.30 Uhr auf. Während Spezialisten den Planeten Uranus am Abendhimmel im Wassermann finden, zieht sich Neptun zurück.
Meteorjäger kommen bald wieder auf ihre Kosten: In den Nächten um den 14. und 15. Dezember werden die Geminiden aktiv. Die Forscher erwarten deren Maximum am 14. Dezember gegen 18 Uhr und rechnen pro Stunde mit bis zu 120 Sternschnuppen, die aus der Konstellation Zwillinge (Gemini) kommen.
Der Fahrplan des Erdbegleiters: Letztes Viertel am 1., Neumond am 9., Erstes Viertel am 17. und Vollmond am 24. Dezember. Am letzten Tag des Jahres steht der Mond erneut im Letzten Viertel. Und am 22. Dezember erreicht die Sonne um 7.08 Uhr den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn - auf der Nordhalbkugel beginnt der astronomische Winter.
(SZ vom 4.12.2007/mcs)
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