Die Klimaziele von 56 Staaten sind mitunter noch schwammiger als ihr Angebot vor der Klimakonferenz. Die Welt steckt in der Abwärtsspirale. Sie führt direkt ins Treibhaus.
Wenn es noch einen Beleg für die Erstarrung im Klimaschutz braucht, er liegt nun vor, ein Konvolut kollektiven Scheiterns. In dürren Briefchen haben 56 Staaten der Weltgemeinschaft mitgeteilt, was sie gegen den Klimawandel zu tun gedenken. Die Staaten hatten das so auf dem Klimagipfel in Kopenhagen vereinbart: Bis zum 31. Januar sollten möglichst viele Regierungen die Karten auf den Tisch legen - sozusagen als Verhandlungsgrundlage für weitere Gespräche. Zumindest die größten Staaten haben sich daran gehalten. Nur sind diese Bekenntnisse garantiert keine Grundlage für den gemeinschaftlichen Kampf gegen die Erderwärmung, im Gegenteil.
Anzeige
Floskeln, Bedingungen, Vorbehalte - mehr bringen die Staaten sechs Wochen nach der kolossalen Pleite von Kopenhagen auch nicht zustande. China und Indien etwa lassen wissen, sie wollten sich um ein klimafreundlicheres Wachstum "bemühen", selbstverständlich auf rein freiwilliger Basis.
Kanada macht seine Anstrengungen neuerdings von jenen der USA abhängig, die wiederum nur dann etwas liefern können, wenn der Kongress sich auf ein Klimagesetz verständigt. Dürftig bleibt das amerikanische Angebot im Klimaschutz allemal. Andere Industriestaaten, die EU, Japan, Australien, machen ernsthaften Klimaschutz ohnehin nur, wenn sie nicht alleine stehen.
Es gilt der erste Hauptsatz des Klimaschutzes: Keiner bewegt sich, solange der andere nichts macht. Am Ende bewegt sich keiner. Ursprünglich sollte das massive Aufgebot von Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen dieses Kerndilemma beheben. Stattdessen ist es nun auch für den letzten Optimisten manifest: Niemand hat seit Kopenhagen seine Zusagen im Klimaschutz überdacht. Was die Staaten schriftlich an Zielen eingereicht haben, ist mitunter noch schwammiger als ihr Angebot vor und während der Klimakonferenz. Die Welt steckt in der Abwärtsspirale. Sie führt direkt ins Treibhaus.
Ein Ausweg zeichnet sich nicht ab. Eigentlich dürfte nun kein Tag mehr vergehen ohne wichtige Gespräche zum Klimaschutz. Doch sie finden nicht statt. Selbst wenn es gelänge, bis Ende des Jahres ein neues Abkommen auszuhandeln, könnte es nur mit Müh und Not rechtzeitig das Kyoto-Protokoll ersetzen, das Ende 2012 ausläuft.
Nur: Worauf warten die Staaten noch? Alle Bekenntnisse zum Klimaschutz sind ausgetauscht. Seine Folgen sind für manche Länder schon jetzt spürbar und werden es für alle anderen in absehbarer Zeit sein. Technologien, die ein Wachstum auch ohne Verbrennung endlicher Rohstoffe erlauben, sind bekannt und erprobt. Die Notwendigkeit eines global organisierten Klimaschutzes ist allgemein akzeptiert.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Strom-Autos in China belasten die Umwelt stärker als Benziner. Jetzt lesen ...
- Kampf gegen die Erderwärmung Klima der Unverbindlichkeiten 02.02.2010
- Klimagipfel Kopenhagen "Das konnte nicht klappen" 23.12.2009
- Weltklimarat Warum Pachauri zurücktreten sollte 01.02.2010
- Klimaschutz "Verzicht muss nicht sein" 12.12.2009
- Ozonloch Wie der Himmel ein Loch bekam 13.05.2010
- Klimawandel in Deutschland Regen im Westen, Durst in Sachsen 28.04.2010
- Klimaschutz Fünf Tonnen Kohlendioxid für jeden 27.04.2010
Bilder des Tages
sie sind also der Meinung, dass genügend Trinkwasser da ist, dass die Dürreperioden Zufall sind etc. pp. Das dürfen Sie gern glauben, und ihr Name sagt mir dass sie ja offenbar auch einer Religion verfallen sind.
Verstehen sie mich nicht falsch ich bin kein Untergangsprophet. Die Welt wird uns Menschen locker überleben. Aber die Menschen in der 3. Welt werden von den Problemen sehr stark betroffen sein, viel stärker als die Menschen in der sogenannten 1. Welt. Ich habe keine Lust auf diese brutalen Auseinandersetzungen um Ressourcen. Es muss einen anderen Weg geben.
"Das Schmelzen der Gletscher im Himalya bedroht als schwindender Wasserspeicher riesige Flußsysteme in China, Indien und Südostasien, an denen fast eine Milliarde Menschen leben."
Schon mitbekommen, dass es sich dabei um einen Zahlendreher gehandelt hat?!? Es tut mir leid, wenn ich mit solchen Fakten Ihr religiöses Empfinden verletze.
"Die Notwendigkeit eines global organisierten Klimaschutzes ist allgemein akzeptiert."
Vielleicht in der Redaktion dieser Zeitung oder unter den Potsdamer Klimahubern !
Hier ein weiterer Schwank aus der "Wissenschaft":
http://www.youtube.com/watch?v=AsQOFDaCx_M
Man beachte die Formulierung: "Das kann man sehr leicht ausrechnen.."
sie haben völlig recht. Wie man an dem Geschreibsel von einigen Forumsteilnehmern sehen kann, ist Ignoranz auch bei uns sehr weit verbreitet. Wie Kleinkinder beim verstecken spielen führen sich einige auf, sie halten sich die Augen zu und rufen: Du kannst mich nicht sehen!
Die Fakten liegen auf der Hand, und es wird natürlich auch immer Wissenschaftler geben die eine andere Lehrmeinung vertreten, diese sind (was nichts heißen muss) in der deutlichen Minderheit (im Promillebereich).
Wer allerdings mit CO2-Forschungsergebnissen von 1909 um die Ecke kommt, der kann auch gleich Dr. Marlboro zitieren wenn es um die Unschädlichkeit des Rauchens geht.
läßt einen daran zweifeln, ob unser politischen und wirtschaftliches System eine Zukunft haben kann, wie Herr Bauchmüller richtig konstatiert. Die Fixierung der Wirtschaft auf Gewinnmaximierung, Konzentration von Macht und Geld in den Händen weniger, genannt Globalisierung, scheint in die Katastrophe zu führen. Eine auf Wettbewerb ausgerichtete Völkergemeinschaft kann anscheinend keinen gemeinsamen Nenner finden, wenn es um das Überleben der Menschheit als ganzes geht. Wir steuern gleichzeitig auf mehrere Katastrophen zu: Klimawandel, die Verknappung der Resourcen, Trinkwasser, Nahrung, Umweltzerstörung. Das Schmelzen der Gletscher im Himalya bedroht als schwindender Wasserspeicher riesige Flußsysteme in China, Indien und Südostasien, an denen fast eine Milliarde Menschen leben. Die Schwierigkeit, die Dramatik einer Erhöhung der mittleren Temperatur um 2 Grad verständlich zu machen, bei weit größeren Schwankung im Lauf eines einzigen Tages, ermöglicht es allerhand Scharlatanen, die eindeutigen Zeichen abzustreiten. Bei jeder drohenden Krise werden die Warner lächerlich gemacht. Das war auch bei der jetzigen Weltwirtschaftskrise der Fall. Die Bedrohung liegt im Zusammentreffen von mehreren Krisen mit gegenseitiger Verstärkung und Destabilisierung der Gesellschaften. Man kann auch mit Atomwaffen Wasser oder Energie erzwingen.
Paging