Sprachfehler Gen-Mutation lässt Menschen stottern

Manche Menschen wollen die Worte einfach nicht über Lippen kommen - sie stottern. Doch warum? Forscher haben nun eine Ursache entdeckt.

Kinder stottern häufig - doch meist verliert sich das im Laufe ihrer Entwicklung oder kann durch Sprechtraining beseitigt werden. Doch bei manchen Menschen bleibt der Defekt das ganze Leben.

Weltweit stottern ein Prozent der Erwachsenen, sagt US-Forscher James Battey, Direktor des Nationalen Instituts für Taubheit und andere Kommunikationsdefekte (NIDCD) - "eine erhebliche Einschränkung der Kommunikation und der ganzen Lebensqualität".

Er und seine Kollegen haben nun herausgefunden, dass Stottern vererbt sein kann. Sie entdeckten drei Gene, die eine Rolle bei dem Sprachfehler spielen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im New England Journal of Medicine.

"Für Hunderte Jahre war der Grund des Stotterns ein Geheimnis für die Wissenschaft und vor allem für die Betroffenen und ihre Familien", sagt Battey. "Unsere Studie benennt nun zum ersten Mal genaue Genmutationen als eine Ursache des Stotterns."

Die Wissenschaftler hatten Freiwillige in England, Pakistan und den USA untersucht und dabei drei auffällige Gene bemerkt. Mutationen bei zweien werden auch für andere Störungen im Stoffwechsel und der Zellregeneration verantwortlich gemacht. Der Zusammenhang mit dem dritten Gen sei zum ersten Mal beim Menschen festgestellt worden.

Ererbte Defekte wurden nach Angaben der Wissenschaftler schon lange als Ursache des Stotterns vermutet. Deshalb untersuchte die Gruppe um Battey in Pakistan 123 Stotterer, von denen einige miteinander verwandt waren, und zusätzlich 96 Menschen ohne Sprachfehler. Ähnliche Tests führten die Wissenschaftler mit Engländern und Amerikanern durch.

Nun wollen die Forscher herausfinden, wie die Gendefekte auf die Gehirnstrukturen wirken, die wichtig für das flüssige Sprechen sind.