Ein anderer Grund für den Tod in der Arena ist die erblich bedingte Verengung der Herzkranzgefäße, die etwa 15 Prozent der Fälle ausmacht. Weitere zehn Prozent der Herzversagen im Sport entstehen durch Rhythmusstörungen, weil ein harter Gegenstand - ein Ball oder Hockey-Puck - mit Wucht auf den Brustkorb prallt. Entzündliche Erkrankungen des Herzens und der Herzklappen sind für fünf Prozent der Todesfälle unter jungen Sportlern verantwortlich.
Anzeige
"Die können auf verschleppte Infekte zurückgehen, das ist aber seltener als man denkt", so Halle. Besonders Viruserkrankungen können eine lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung auslösen. Werden Sportler "fitgespritzt" ist das gefährlich: Auch wenn Schmerzen medikamentös gedämpft werden und das Fieber gesenkt wird, bleibt das Herz anfällig.
Tückisch an einer Herzmuskelentzündung ist, dass die Symptome so harmlos sind - man fühlt sich zunächst nur abgeschlagen und erschöpft. Sterben Sportler hingegen jenseits der 35 am Herztod, ist das fast immer auf eine frühzeitige Verengung der Kranzgefäße zurückzuführen - bedingt durch die bekannten Risikofaktoren Rauchen und Bluthochdruck.
Obwohl die Mehrzahl der Herzfehler von Ärzten erkannt werden könnte, gibt es in wenigen Ländern systematische Untersuchungen. Italien ist in dieser Hinsicht vorbildlich, das Land hat 1982 ein verpflichtendes Programm eingeführt, bei dem alle Athleten, die an Wettkämpfen teilnehmen, auf Herz und Niere untersucht werden.
Plötzlicher Herztod ist zurückgegangen
Eine Analyse im Fachblatt Journal of the American Medical Association hat 2006 gezeigt, dass die Häufigkeit des plötzlichen Herztodes seit Beginn des Screenings um 89 Prozent unter Sportlern unter 35 Jahren zurückgegangen ist. Kamen 1980 statistisch gesehen 3,6 von 100.000 Sportlern in Italien durch Herzstillstand ums Leben, waren es 2004 noch 0,4 von 100.000 - und damit halb so viele, wie in der gleichaltrigen Bevölkerung, die weder Sport trieb noch medizinisch untersucht wurde.
Sportler haben ein höheres Risiko als Nichtsportler, früh an einem unerkannten Herzleiden zu sterben. Das hängt damit zusammen, dass mehrere Gen-Defekte das Herz anfälliger machen. Bei einer Form der Herzmuskelerweiterung sind die Verbindungsstellen zwischen den Herzzellen weniger belastbar. Bei stärkeren Anstrengungen leiert die Herzmuskulatur leicht aus, sodass Pumpversagen und Rhythmusstörungen die Folge sein können.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 4 nächste Seite
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
"Aber Dopingfolgen kann man leider auch nicht ausschließen."
"...dass in 30 Prozent der Fälle das Herz aufgrund angeborener Verdickungen der Herzmuskulatur schlappmacht." Woher weiß denn der Arzt so genau, dass das angeboren war, wenn er nur das Ergebnis sieht. Kann doch auch mit Doping antrainiert sein.