Von Christopher Schrader

Hat ein Metoriteneinschlag vor Indien die Dinosaurier getötet? Ein nach dem Gott Shiva benannter Krater soll den Beweis liefern.

Der Krater vor der indischen Westküste könnte keinen passenderen Namen tragen: "Shiva" hat ihn sein Entdecker genannt, das steht im hinduistischen Götterkanon für Zerstörung und - je nach Zusammenhang - auch für Neubeginn. Beides ist von dem Krater ausgegangen, wenn man Sankar Chatterjee von der Texas Tech University glaubt: das Massensterben vor 65 Millionen Jahren, das den Dinosauriern das Ende und den Säugetieren ihre Chance brachte. Seit einem Dutzend Jahren verfolgt der Paläontologe diese Theorie, am kommenden Sonntag will er auf einer Geologentagung in Portland, Oregon, neue Beweise vorlegen.

Shiva, istock

Der Gott Shiva steht für Zerstörung und Neubeginn. (© Foto: istock)

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Demnach ist vor 65 Millionen Jahren ein Meteorit von 40 Kilometern Durchmesser auf dem Kontinentalschelf vor dem heutigen Mumbai eingeschlagen. Indien war damals noch ein eigener Kontinent südlich des Äquators. Der Brocken aus dem All hat einen Teil dieser Erdplatte abgebrochen. Das Stück wanderte mit den heutigen Seychellen nach Westen, während der Rest gen Norden driftete.

Der Einschlag hat einen Krater von 500 Kilometern Durchmesser aufgewühlt und im Zentrum ein Felsmassiv von mindestens fünf Kilometern Höhe hinterlassen, das unter dem Indischen Ozean liegt. Die ganze Welt ist Chatterjee zufolge für ein Jahr in Dunkelheit gefallen. Durch die Wucht könnte zudem eine gewaltige Vulkaneruption ausgelöst worden sein, die große Teile des Landes mit Lava bedeckte, die sogenannten Deccan Traps südlich von Mumbai.

Allerdings ist Chatterjees Theorie umstritten; seine Arbeit wird auch dadurch erschwert, dass inzwischen sieben Kilometer dicke Sedimente über dem eigentlichen Krater liegen. Ohnehin wird die Diskussion darüber, woran die Dinosaurier gestorben sind, sehr emotional geführt. Der Vulkan und etliche Meteoriteneinschläge, darunter einer in Mexiko, gelten konkurrierenden Forschergruppen als Auslöser des Massensterbens.

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(SZ vom 17.10.2009/beu)