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09.05.2008    13:22 Uhr Drucken  |  Versenden  |  Kontakt
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Geheimbünde

Die Illuminaten

Über kaum eine Organisation wird so viel spekuliert wie den Illuminatenorden des Adam Weishaupt. Selbst an der Gründung der Vereinigten Staaten sollen die "Erleuchteten" beteiligt gewesen sein.


vergrößern Gegründet wurde der Illuminatenorden von Adam Weishaupt.
Foto: oh
 

Der Illuminatenorden (lat. Illuminati = die Erleuchteten) ist ein 1776 von dem deutschen Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt (1748 -1830) in Ingolstadt gegründeter Geheimbund, der die Ideen der Aufklärung fördern und verbreiten und das Prinzip der Monarchie bekämpfen wollte. Die Illuminaten waren ähnlich wie die Freimaurer organisiert.

Das System der Ordensgrade führte zu immer tiefer gehenden Einweihungen, aber zugleich auch zu größerer Disziplinierung, denn der Aufstieg innerhalb des Ordens war mit strenger Geheimhaltung verbunden.

Am mächtigsten waren die Illuminaten in Deutschland, besonders im süddeutschen Raum. Adolph Freiherr von Knigge (1752- 1796) baute den Orden von 1780 an auch in Norddeutschland aus, indem er intensiv neue Mitglieder anwarb. Unter ihnen waren viele Adlige und Intellektuelle aus Knigges Umfeld, was dem Orden zunehmende Bedeutung verschaffte.



vergrößern Adolf Freiherr von Knigge baute den Orden ab 1780 in Norddeutschland aus.
Foto: dpa
 

Die umtriebige und unbequeme Art des Freiherrn von Knigge führte allerdings später zu ordensinternen Auseinandersetzungen, die nach einigen Jahren zu seinem Ausschluss führten.

Des Weiteren zählten zu den Mitgliedern zumeist Beamte, aber auch Literaten wie Johann Wolfgang von Goethe (1749 -1832), mit dem Ordensnamen "Abaris“, und Johann Gottfried Herder (1744 -1803), unter dem Namen "Damasus Pontifex".

Die Mitglieder erhielten bei ihrer Aufnahme in den Bund neue Namen; diese sollten zur Gleichheit unter den Illuminaten beitragen. Die Mitglieder konnten sich innerhalb des Ordens empordienen - vom Novizen zum Minerval und schließlich zum Erleuchteten Minerval, zum Illuminatus minor, danach zum Illuminatus major.

Eine Art Spionagesystem

Die Einführung in die Klasse der Minervalen erfolgte meist in der Nacht in einem abgelegenen Initiationszimmer. Hatte der Kandidat alle Fragen richtig beantwortet, musste er den Ordenseid ablegen. Danach wurden ihm das Kennzeichen und die Parole mitgeteilt, die je nach Grad verschieden waren.



Die Symbole auf der Ein-Dollar-Note werden häufig mit den Illuminaten in Verbindung gebracht. Deren Symbol war jedoch die Eule der Minerva.
Foto: oh
 

Zu den Aufgaben der Mitglieder zählte das Beobachten des beruflichen Umfelds, der Freunde und sogar der eigenen Familien, so dass das Ordenssystem sich nach und nach zu einer Art Spionagesystem wandelte. Die Illuminaten erlangten eine so große Berühmtheit wie kaum ein anderer Geheimbund und avancierten zu den mysteriösen Verschwörern schlechthin.

Gerüchte, die Organisation wäre an der Französischen Revolution und der Gründung der Vereinigten Staaten beteiligt gewesen, halten sich bis heute. Sie entbehren jedoch jeder gesicherten Grundlage. Ein Zusammenhang zwischen dem Orden und der Zahl 23 wurde erstmals in den Romanen der Illuminatus-Trilogie der US-Autoren Robert Shea und Robert Anton Wilson hergestellt, die 1975 erschienen.


Wegen staatsgefährdender Tendenzen wurde der Illuminatenorden 1785 vom bayerischen Kurfürsten Karl Theodor (1724 - 1799) verboten. Weishaupt floh aus Bayern nach Gotha, um einer Haftstrafe durch den Fürsten zu entgehen, wo er bis zu seinem Tode 1830 lebte. Trotz der formellen Auflösung des Ordens wirkten die Mitglieder in einzelnen Logen weiter. Wegen ihrer angeblichen geheimen Machenschaften sorgten die Illuminaten immer wieder für Aufsehen in der Öffentlichkeit.

(sueddeutsche.de/mcs)

Nächste Woche: Die Freimaurer



Geheimbünde - Wissen leicht gemacht

Der Originaltext stammt aus dem Buch:
Geheimbünde
Wissen leicht gemacht
Compact Verlag München
www.compactverlag.de
ISBN 978-3-8174-6085-4
Preis: 4,95 Euro


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