Gewalt gegen Kinder führt nicht nur zu körperlichen Verletzungen und psychischen Traumata. Die Betroffenen zeigen auch ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten.
Kinder, die körperlich misshandelt werden, leiden nicht nur direkt unter der Gewalt. Bei ihnen steigt auch das Risiko für Herzerkrankungen um 45 Prozent. Das berichten kanadische und britische Forscher im Fachmagazin Child Abuse & Neglect.
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Viele Kinder leiden nach einer Misshandlung ihr ganzes Leben unter den Folgen der Gewalt. (© ddp)
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Die Wissenschaftler hatten die Aussagen von 13.000 Menschen ausgewertet. Sieben Prozent waren nach eigenen Angaben als Kinder oder Jugendliche zu Hause von den Eltern oder anderen nahe stehenden Personen misshandelt worden. Bei vier Prozent war eine Herzkrankheit diagnostiziert worden.
"Individuen, die von körperlichen Misshandlungen in ihrer Kindheit berichteten, zeigten eine um 45 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit von Herzkrankheiten als ihre Altersgenossen, die nicht misshandelt wurden", erklärte Teamleiterin Esme Fuller-Thomson von der University of Toronto.
Die schädlichen Auswirkungen von Gewalt gegen Kinder auf ihre Psyche sind bekannt. Auch einen Zusammenhang mit einem erhöhten Krebsrisiko wurde schon festgestellt, das vermutlich mit einem chronisch erhöhten Stresslevel zusammenhängt.
Um sicherzugehen, dass die Ursache für die erhöhte Häufigkeit von Herzkrankheiten bei Misshandlungsopfern tatsächlich mit der Gewalt zusammenhing, untersuchten die Forscher auch eine mögliche Verbindung mit anderen Risikofaktoren wie Übergewicht, Tabakkonsum, Depressionen, genetischen Vorbelastungen und nachteiligen Kindheitserfahrungen wie einer Drogenabhängigkeit der Eltern.
Mitautor John Frank von der schottischen University of Edinburgh erklärte, wenn die Ergebnisse von anderen Studien bestätigt würden, sollten Patienten, die als Kinder misshandelt oder vernachlässigt wurden, sich ihres höheren Risikos für Herzerkrankungen bewusst sein.
"Wie viele frühere Studien, die Kindheitserfahrungen mit später auftretenden gefährlichen Krankheiten in Verbindung bringen, erklärt diese Untersuchung nicht exakt, wie der Zusammenhang biologisch aussieht", stellt Frank fest. "Weitere Forschung ist notwendig, um diesen Prozess zu verstehen."
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(sueddeutsche.de/mcs)
Machtkampf in der Linken
Das Stress ein Auslöser für Herzkrankheiten oder Krebs sein kann, ist ein sehr wichtiges Forschungsthema. Bei einer stetig steigenden Zahl an Krebserkrankungen sind, besonders in Haftungsfragen, wenn es um Entschädigungen geht, Empirische Beweise nötig.
Allerdings, wenn jemand lebenslang Stress hat, z.B. ein Arbeiter in einer Chemiefabrik mit vielen Kindern und Schulden und Scherztabletten, und Herzkrank wird, hat er dann vermutlich meist eben nur eine schwere Kindheit gehabt.
Und jemand, der als Kind ein eigenes Pony hatte und nur mit ungiftigem Silberbesteck Biogemüse gegessen hat, statt beworbener Zuckrigkeiten, kann also später in seiner Führungsverantwortung als extrem belastbar gelten, denn mangels Traumata in der Kindheit wird er wahrscheinlich eher nicht erkranken.
Oder er hatte doch schlechte Eltern.
Es fehlt entweder in Ihrem Bericht oder in der Studie eine Differenzierung in Bezug auf die im Leben folgenden Belastungen (innere und äußere) getrennt nach sozialem Status.
Mir fehlt auch die Auskunft über diejenigen welche eine Studie finanzieren. Das gehört immer zu den wesentlichen Aussagen.
Jacent
Hat ein Kind eine schwierige Kindheit "überlebt", kann es keinesfalls voller Erleichterung in ein selbstbestimmtes Erwachsenenleben starten, wie die vielen Studien zeigen - dazu haben die frühen Prägungen zu starke Auswirkungen auf Körper und Psyche.
Ich finde es schwer einfach hinzunehmen, dass es so ist und dass viele Therapien notwendig sein sollen, um dann doch erneut Rückfälle zu erleiden.
Meine Frage ist: Wo gibt es Studien, die den Erfolg unterschiedlicher Heilmethoden vergleichen? Welche Maßnahmen verbessern tatsächlich nachhaltig die Lebensqualität von traumatisierten Menschen?
In der Psycho-Branche flattert ja bekanntermaßen auch der ein oder andere schräge Vogel.
Das lebenslanger Stress, resultierend aus mangelnder Traumabearbeitung, sich auf das Herz auswirkt, kann man sich nicht erklären?
Oder ist es so, dass es für Kinder nicht traumatisch ist, von den Personen die über ihr Leben bestimmen misshandelt zu werden? Weil es ja nur Kinder sind. Und weil die das ja wieder vergessen. Oder so irgendwas?
Ich versteh das nicht.