Obwohl bereits vor dem Start der Discovery ein Stück Isolierschaum von der Hülle abgeplatzt ist, soll die Raumfähre heute starten. Mit an Bord: der Deutsche Thomas Reiter.
Es war eine Beschädigung der Schaumstoffisolierung des Treibstofftanks, das zum Absturz der Columbia vor drei Jahren geführt hatte. Doch obwohl auch diesmal bereits vor dem Start des Space Shuttles Discovery ein Stück Isolierschaum von der Hülle abgeplatzt ist, soll die Raumfähre heute starten.
Hier fehlt ein Stück der Schaumstoffisolierung des Treibstofftanks. (© Foto: Reuters)
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Denn: Der Riss stellt nach Ansicht der Nasa-Spezialisten für das Space Shuttle keine Gefahr dar. Es habe sich niemand gegen einen planmäßigen Start am Dienstag um 14.38 Uhr Ortszeit (20.38 Uhr MESZ) ausgesprochen, sagte der stellvertretende Nasa-Chef Bill Gerstenmaier am Montagabend nach mehrstündigen Beratungen. "Wir setzen den Countdown fort", erklärte Gerstenmaier im Raumfahrtzentrum Cape Canaveral.
Wegen schlechten Wetters war der Start bereits am Samstag und Sonntag abgesagt worden, für Dienstag war die Vorhersage günstiger: Die Wahrscheinlichkeit von Unwettern wurde auf 40 Prozent geschätzt. Es wäre der erste Start einer Raumfähre am amerikanischen Nationalfeiertag 4. Juli.
Die "Discovery" soll sieben Astronauten ins All bringen, darunter den Deutschen Thomas Reiter, der rund ein halbes Jahr an Bord der ISS bleiben soll.
Der aktuelle Schaden am Treibstofftank der "Discovery" war bei einer Inspektion entdeckt worden. Der Isolierschaum des Tanks weise einen rund 13 Zentimeter langen Riss auf, aus dem sich offenbar ein Stück gelöst habe, teilte die Nasa mit.
Auf der Pressekonferenz zeigte Gerstenmaier ein Stück Isolierschaum, das vom äußeren Treibstofftank der "Discovery" abgeplatzt war.
Nach Nasa-Angaben hat es einen Durchmesser von siebeneinhalb Zentimetern. Er glaube nicht, dass dies ein zusätzliches Risiko bedeute, sagte Gerstenmaier. Ein Schaden wäre nach Angaben aus Nasa-Kreisen erst bei einem mindestens doppelt so großen Teil zu befürchten.
Die Isolierung des 47 Meter hohen Außentanks gilt als Schwachstelle der Space-Shuttle-Technik: Die Nasa hatte nach dem Unglück der "Columbia" Millionen Dollar aufgewendet, um zu verhindern, dass während des Starts Schaumstoff abbricht.
Die Columbia war 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatsmosphäre verglüht, weil ein Stück Isoliermaterial sich vom Treibstoffmantel gelöst und den Hitzeschild des Shuttles beschädigt hatte. An Bord der Raumfähre starben sieben Astronauten.
Und bei der Discovery-Mission im vergangenen Jahr waren wieder Teile der Ummantelung abgebrochen. Es war reines Glück, dass sie damals nicht auf den Hitzekacheln des Shuttles aufschlugen und diese beschädigten.
(AP/Mike Schneider/AFP)
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