Phovoltaik gilt als klimaschonend und emissionsfrei. Doch es gibt ein Problem: Viele Solarmodule enthalten giftige Schwermetalle, die bei falscher Entsorgung in die Umwelt gelangen können. Dabei gibt es längst Alternativen.
Klimaschonend, umweltfreundlich, emissionsfrei: So wirbt die Photovoltaikbranche für ihre Produkte. Doch hundertprozentig grün ist die Sonnenenergie nicht. Etliche Solarmodule enthalten giftige Schwermetalle.
Bild vergrößern
Etliche Solarmodule enthalten giftige Schwermetalle. Das ist im Betrieb keine Gefahr, aber werden die Module nicht fachgerecht entsorgt, gelangt Blei in die Umwelt. (© dapd)
Anzeige
Einige Hersteller von Dünnschichtzellen zum Beispiel verwenden eine Verbindung des giftigen Cadmiums als Halbleiter. Und die kristallinen Siliziummodule, die fast vier Fünftel des Gesamtmarkts ausmachen, enthalten Blei, insgesamt bis zu dreißig Gramm in einem 230-Watt-Modul von anderthalb mal einem Meter Größe. Der Stoff gilt als gesundheitsschädlich, weil er die Sauerstoffversorgung der Körperzellen hemmt.
Das ist im Betrieb keine Gefahr, aber werden die Module nicht fachgerecht entsorgt, gelangt Blei in die Umwelt. In Elektrogeräten wie Computern oder Waschmaschinen ist es längst tabu, seit die Europäische Union die Verwendung von Schwermetallen reglementiert hat. Solarmodule hat die EU jedoch von dem Verbot ausgenommen, um den Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion nicht zu behindern.
Blei erfüllt in Photovoltaikzellen nur Hilfsdienste. Zum einen ist das Material im Lotzinn enthalten, mit dem die Solarzellen verbunden werden. Zum anderen ist es Bestandteil der Silberpaste, die im Zuge der sogenannten Metallisierung auf die Zellen gedruckt wird, um den Strom abzuleiten.
Zwingend nötig ist das Schwermetall in beiden Fällen nicht. "Technisch ist es machbar, auch bleifreie Lote zu verwenden", sagt Harry Wirth vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg. So lässt sich das Schwermetall im Lotzinn zum Beispiel durch Silber ersetzen. Und für die Metallisierung könnten die Hersteller Tantal oder Wismut statt Blei verwenden.
Allerdings nutzt bislang kaum ein Unternehmen die umweltfreundlichen Alternativen, vor allem aus Kostengründen: "Bleifreie Lote sind teurer", sagt Wirth. Zudem erfordere der Verzicht auf das Schwermetall höhere Temperaturen beim Löten, was indirekt Mehrkosten verursache. Auch für Metallisierungspasten ohne Blei müssen die Hersteller tiefer in die Tasche greifen.
Dazu komme hier ein Problem mit der Verfügbarkeit, erklärt Holger Neuhaus, der die Forschungstochter des Bonner Photovoltaikkonzerns Solarworld leitet: "Wir hängen bei der Metallisierungspaste stark von den Zulieferern ab. Die Mengen an bleifreiem Material, die wir brauchen, werden gegenwärtig noch nicht angeboten."
Die Nachfrage der Modulhersteller sei einfach zu gering. Deshalb verlangt er von der EU, die Photovoltaik in die entsprechende RoHS-Richtlinie aufzunehmen. Dann wäre der Bedarf an bleifreien Pasten so hoch, dass die Lieferanten schnell ihre Produktion umgestellt hätten, erwartet Neuhaus.
Fraunhofer-Forscher Wirth fordert hingegen von der Solarindustrie, ohne EU-Vorgaben auf Schwermetalle zu verzichten. Für ihn ist das eine Frage der Glaubwürdigkeit: "Wenn die Branche mit Begriffen wie 'grün' und ,nachhaltig' werben will, sollte sie schleunigst damit aufhören, Blei oder Cadmium zu verwenden."
- Thema
- Alternative Energie RSS
- Weltgeschichte der Umweltbewegungen Ökologische Aufklärung 11.04.2011
- Wiederverwertung Rohstoff Schrott 07.01.2011
- Erneuerbare Energie Pack den Einzeller in den Tank 11.01.2011
- Erneuerbare Energie Biomasse vom Turbobaum 18.12.2010
- Wasserstoff Energie auf der Flucht 29.09.2011
- Alternative Energie Windkraft Quirl statt Propeller 28.09.2011
- Designer-Strommasten Schöner Kabelsalat 10.06.2011
(SZ vom 05.05.2011/mcs)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
@Sepp: "Es gibt jetzt ein neues Verfahren das die Module Chemisch zerlegt und 99,9 % recycled!"
Ersetze Module durch Brennelemente dann stimmts
@webjet: "was dass wieder kostet?
Auf jeden fall weniger, als wir in den letzten 50 Jahren in die Kohleförderung und den Atomschrott gesteck haben!"
Das Ergebnis der vergangenen Subventionen ist das jetzt der Strombedarf dadurch zu 80% gedeckt wird. Was leistet gleich wieder PV? sinds schon 2%? Wenn schon Subventionsvergleich, dann richtig!
Es gibt jetzt ein neues Verfahren das die Module Chemisch zerlegt und 99,9 % recycled!
Gebäudeanlagen bis 30 kWp 28,74 Cent je kWh
Gebäudeanlagen ab 30 kWp 27,33 Cent je kWh
Gebäudeanlagen ab 100 kWp 25,86 Cent je kWh
Gebäudeanlagen ab 1.000 kWp 21,56 Cent je kWh
Freifläche 21,11 Cent je kWh
Freifläche auf Konversionsflächen 22,07 Cent je kWh
Freifläche auf Ackerland keine Vergütung
Direktverbrauch Gebäudeanlagen bis 30 kWp 16,74 Cent je kWh für Strommengen oberhalb von 30 % Direktverbrauchsanteil, sonst 12,36 Cent je kWh
Direktverbrauch Gebäudeanlagen ab 30 kWp 15,33 Cent je kWh für Strommengen oberhalb von 30 % Direktverbrauchsanteil, sonst 10,95 Cent je kWh
Direktverbrauch Gebäudeanlagen ab 100 kWp 13,86 Cent je kWh für Strommengen oberhalb von 30 % Direktverbrauchsanteil, sonst 9,48 Cent je kWh
Direktverbrauch Gebäudeanlagen ab 500 kWp keine Vergütung
diese wird zum 30.06. um weitere 3 - 15 % abgesenkt.
im betrieb absolut emissionsfrei, keine weiteren rohstoff-, kaum wartungskosten.
speicherung: methanisierung und speicherung im vorhandenen gasnetz.
> http://www.solar-fuel.net/loesung/beta-anlage-in-planung/
strom (und wärme)gewinnung über besiedlungsnahe gud mit je 10 MW (damit werden für die theoretisch benötigte spitzenlast von 80 GW 10 000 dieser kleinkraftwerke benötigt).
wenn Sie schon oberschlau erscheinen wollen, wäre Information wichtig:
aktuell (16;18) sind es immer noch 10,9 GW - was dass wieder kostet?
Auf jeden fall weniger, als wir in den letzten 50 Jahren in die Kohleförderung und den Atomschrott gesteck haben!
"übrigens aktuelle erzeugungsleistung pv (heute 13.15 uhr) 13,5 GW"
Die KKWs schaffen zur Zeit nur 11,9 GW , wenn man die abgeschalteten Schrottmailer rausrechnet. - Da sieht man, wie "dringend" wir die Atomenergie wirklich brauchen.
Übrigens ein sehr schöner Link - bringt mich immer weider zum grinsen!!!
Paging