Sojus-Raumschiff erreicht Raumstation Besatzung der ISS wieder vollständig

Das russische Raumschiff mit drei Weltraumfahrern aus Russland, den USA und Japan an Bord hat an der Station angekoppelt. Damit hat die Besatzung der ISS wieder ihre Sollstärke von sechs Mitgliedern.

Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS ist wieder komplett. Nach zweitägigem Flug habe das Raumschiff Sojus TMA-05M mit Juri Malentschenko (Russland), Sunita Williams (USA) und Akihiko Hoshide (Japan) an Bord um 6:51 Uhr deutscher Zeit an der Station angekoppelt, teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit.

Damit erreicht die 32. Stammcrew wieder ihre Sollstärke von sechs Mitgliedern. Seit dem 1. Juli hatten die Russen Gennadi Padalka und Sergej Rewin mit ihrem amerikanischen Kollegen Joseph Acaba allein Wache auf der Umlaufbahn gehalten. Das Raumschiff war am Sonntag vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) gestartet.

Den Neuankömmlingen steht bei ihrer 124-Tage-Mission ein umfangreiches Arbeitsprogramm bevor. Im Mittelpunkt stehen mehr als 30 wissenschaftliche Experimente. Die begeisterte Freizeitsportlerin Williams wird sich dabei insbesondere um die biomedizinischen Versuche "Sprint" und "ICV" kümmern. Dabei sollen neue Erkenntnisse über die effektivsten Trainingsmethoden an Bord zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der Astronauten und über ihr Herz-Kreislauf-System gewonnen werden.

Hoshide untersucht indes die Einwirkungen der Schwerelosigkeit bei Langzeitflügen auf das Knochengerüst kleiner Süßwasserfische.

Bereits von Sonntag an müssen die Raumfahrer ein einzigartiges Manöver überwachen. Der russische Frachter Progress M-15M wird dazu automatisch von der Station ab- und einige Tage später wieder angedockt. Dabei wird eine neue Antenne für das Rendezvous-System getestet. Am 30. Juli wird der Frachter endgültig abgedockt und gezielt über dem Pazifik zum Absturz gebracht. Zuvor trifft am 27. Juli der japanische Frachter HTV-3 nach sechstägigem Flug an der Station ein und wird per Roboterarm an sie umgesetzt.

Höhepunkt des August-Programms, das mit dem Empfang des nächsten russischen Frachters beginnt, sind zwei Ausstiege in den freien Raum. Am 16. August bringen Malentschenko und sein Landsmann Padalka mehrere Meteoritenschutzschilde an der Station an und versetzen zudem einen Lastenkran. Und am 30. August installieren Williams und Hoshide Kabel für ein neues Mehrzweckmodul, das im kommenden Jahr das russische Segment ergänzen soll. Außerdem müssen sie noch eine Stromverteilerbox an einen neuen Platz bringen.

Trotz der intensiven Arbeit haben sich die Astronauten vorgenommen, die Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen in London so weit wie möglich zu verfolgen. Die Olympiasieger Russlands, Japans und der USA müssten mit Glückwunschmails aus dem All rechnen, kündigte Williams an.