Um unerkannt in den Nestern von Ameisen leben zu können, nehmen manche Silberfische den Geruch ihrer Wirtstiere an. Aber wehe, wenn die Tarnung auffliegt.
Manche Silberfische leben als Parasiten unerkannt in den Nestern von Wanderameisen. Um sich zu tarnen, schmiegen sich die Parasiten an junge Ameisen und nehmen so deren Körpergeruch an.
Bild vergrößern
Silberfische übernehmen den Geruch der Ameisen, unter denen sie leben. Wenn sie den Geruch verlieren, greifen die Ameisen sie an. (© Christoph von Beeren)
Anzeige
Das entdeckten Biologen um Volker Witte von der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Hilfe von Isotopenmarkierungen (BMC Ecology, online).
Die Biologen ermittelten 70 verschiedene Kohlenwasserstoffe auf den Ameisenkörpern. Die Zusammensetzung dieser Moleküle bestimmt den jeweils typischen Geruch eines Volkes.
Die Ameisen nutzen den Duftausweis, um Eindringlinge zu erkennen. Silberfische überlisten diese Geruchskontrolle, müssen dafür jedoch ihren chemischen Deckmantel regelmäßig erneuern.
Die Biologen hielten Silberfische einige Tage außerhalb des Ameisennestes, wodurch die Duftmarkierung schwächer wurde.
Als die Forscher die Parasiten zurück in das Nest setzten, griffen die Ameisen die Silberfische an, wie auf dem Foto zu sehen ist. Vermutlich ist es für die Parasiten einfacher, sich den typischen Nestgeruch bei ihren Wirten zu stehlen, als ihn selbst herzustellen.
Ein Video zum Thema finden Sie hier.
- Thema
- Verhaltensbiologie RSS
- Verhaltensbiologie Alle mal herschauen 30.11.2011
- Evolution der Primaten Sozialverhalten im Sonnenlicht 10.11.2011
- Verhaltensforschung Wie Parasiten die Hirnchemie verändern 07.11.2011
- Sozialverhalten "Fairness ist eine Voraussetzung für Zusammenarbeit" 02.12.2011
- Verhaltensbiologie Massaker im Aquarium 11.11.2011
- Piranhas Bellende Fische 14.10.2011
- Ritterliche Insekten Feldgrillen-Männchen opfern sich für Weibchen 07.10.2011
(SZ vom 01.12.2011/kabl/mcs)
Gysi gegen Lafontaine