Die Entwicklung des deutschen Tsunami-Warnsystems für den Indischen Ozean kommt schleppend voran.
Nach der mühsamen Einführung von LKW-Maut und Transrapid steht deutscher Technik eine weitere, viel beachtete Bewährungsprobe bevor: die Installation des Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean. Forschungsministerin Edelgard Bulmahn präsentiert heute mit ihrem indonesischen Kollegen Kusmayanto Kadiman im Hamburger Hafen das Alarmsystem. Ob deutsche Sicherheitstechnik aber wie geplant in spätestens drei Jahren wirksamen Schutz bietet, ist keineswegs klar.
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Schon die erste Entwicklungsphase verlief holprig. Lange schien es, als müsse der Zeitplan aufgegeben werden - was angesichts der großen Aufgabe kaum jemanden verwundert. Überraschend war, dass Ministerin Bulmahn überhaupt ein deutsches Warnsystem für die Region in Aussicht stellte. Denn Tsunami-Forschung wurde bis dahin in Deutschland kaum betrieben. Japaner und Amerikaner, die am Pazifik schon vor Jahrzehnten Tsunami-Warnsysteme einrichteten, hatten ihre Technik ebenfalls angeboten. Nachdem Indonesien die deutsche Offerte annahm, präsentierte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im März das Konzept.
Mehrere deutsche Forschungsinstitute bildeten auf Geheiß des BMBF Arbeitsgruppen, beauftragten Firmen und begannen mit der teuren Entwicklung. Doch obwohl Ministerin Bulmahn heute öffentlich für das Warnsystem wirbt, hat sie die Finanzierung in Höhe von 45 Millionen Euro noch nicht genehmigt, wie das BMBF einräumte. ¸¸Wir werden zügig über das Projekt entscheiden", versicherte ein BMBF-Sprecher der SZ.
Das Zögern verwundert angesichts der Versprechungen: Mit neuster Technik wollen die Deutschen die Warnsysteme der USA und Japans in den Schatten stellen. Fehlalarme sollen seltener sein als am Pazifik, wo nur jede vierte Warnung korrekt ist, weshalb mancherorts kaum noch auf Alarm reagiert wird.
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