Sicherheit deutscher Kernkraftwerke Das Sicherheitsniveau von 1975

Die acht älteren Reaktoren haben im Mittel jeden Monat ein meldepflichtiges Ereignis, auf sie entfallen das Gros aller Vorfälle, in denen Radioaktivität in die Umwelt freigesetzt wurde. Es handelt sich um die Reaktoren Brunsbüttel, Biblis, Philippsburg 1, Neckarwestheim 1, Krümmel, Isar 1 und Unterweser. "Etliche Kraftwerke laufen im Prinzip auf einem Sicherheitsniveau von 1975", sagt der Münchner Strahlenmediziner Edmund Lengfelder.

RWE-Atomkraftwerk Biblis in Südhessen (Archivfoto vom 06.04.2006, oben links), das Kernkraftwerk von Brokdorf (Archivfoto vom 01.05.2004, oben rechts), das Atomkraftwerk in Brunsbüttel (Archivfoto vom 23.07.2007, unten links) und das Kernkraftwerk Emsland in Lingen mit dem davor gelagerten Standort-Zwischenlager (Archivfoto vom 14.11.2002).

(Foto: dpa)

Besonders vor Flugzeugabstürzen und Terrorangriffen warnen Kritiker. Die Kuppeln der Reaktoren wurden teilweise nur für Sportflugzeuge oder die Jagdflieger der 1970er Jahre ausgelegt, aber nicht gegen den Aufprall einer Verkehrsmaschine oder den Brand von vielen Tonnen Kerosin. Nicht einmal vor Erdbeben sind deutsche Reaktoren sicher. Leichtere Erdstöße sind auch hierzulande in einigen Regionen denkbar.

Die Kernkraftwerke im baden-württembergischen Neckarwestheim oder im hessischen Biblis liegen in solchen Gebieten. Dort hält man nach Angaben von Experten inzwischen stärkere Erdstöße für möglich als bei der Planung und Genehmigung zugrunde gelegt wurden. "Unsere Kernkraftwerke sind nur so lange sicher, wie nichts passiert, was wir nicht erwartet haben", fasst Edmund Lengfelder zusammen.