Serie: Mythen von Monstern (Teil 5) Der Kongo-Dinosaurier

Erstens kennen offenbar viele Menschen in weiten Teilen des Kongobeckens Geschichten von einem legendären großen Tier mit einem langen Hals und einem langen Schwanz, das in Flüssen lebt, Pflanzen frisst und Boote angreift. Begegnungen in den letzten Jahren lassen sich allerdings nicht beweisen.

Zweitens gibt es keine einzige Aufnahme, auf denen eines der Tiere zu erkennen wäre.

Drittens sind die Berichte und Fotos von Fußspuren schwer zu interpretieren und die Tonaufnahmen angeblicher Dinosaurier-Schreie beweisen gar nichts..

Darüber hinaus ist viertens die Identifizierung des Mokèlé-mbèmbé anhand von Bildern ausgestorbener oder lebender Tiere nicht eindeutig.

Alternative Erklärungen

Und fünftens lassen sich all diese Indizien auch anders erklären als mit einem überlebenden Nachfahren der vor 65 Millionen Jahren ausgestorbenen Dinosaurier. In allen Völkern existieren Geschichten von Tieren, die es in der Realität nicht gibt. Manchmal sind es Chimären, Mischungen aus mehreren Arten. Manchmal sind es auch übertriebene oder verzerrte Darstellungen realer Tiere.

Darüber hinaus gibt es kulturelle Unterschiede in der Art und Weise, wie Lebewesen dargestellt oder die Darstellungen interpretiert werden. Die Geschichten von Mokèlé-mbèmbé und seinen "Artgenossen" könnten auf Begegnungen mit den im Kongo lebenden Waldelefanten, mit Nilpferden - die bekanntlich Boote angreifen -, und Krokodilen zurückgehen.

In der Vergangenheit könnte es im Kongo sogar ein Nashorn gegeben haben, das nur in der Mythologie der Einheimischen überlebt hat. Und vielleicht existieren sogar noch kleine Populationen solcher Nashörner, die an den Flussufern Fußabdrücke hinterlassen.

Wer allerdings, wie es das Team von "Destination Truth" 2008 getan hat, den Menschen am Bangweulusee eine Dino-Zeichnung unter die Nase hält und nach Mokèlé-mbèmbé fragt, obwohl das Wesen dort Nsanga heißt, muss sich nicht wundern, dass die Informationen nicht verlässlich sind. Immerhin konnten die Amerikaner noch eine dramatische Aufnahme von einem unheimlichen Lebewesen machen, das aus dem See auftauchte. Die Bearbeitung des Materials zeigte, dass es sich um zwei Nilpferde gehandelt hatte.

Wer aber weiterhin an die Existenz des Mokèlé-mbèmbé glauben mag: Noch ist der Dschungel Zentralafrikas so groß, dass sich ja vielleicht doch irgendwo eine Dinosaurier-Population versteckt hat. Und angesichts der fortschreitenden Rodung der Tropenwälder dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir Gewissheit haben.