Zum einen gibt es die starken, aggressiven Orange-Hälse, die große Reviere verteidigen und sich mit möglichst vielen Weibchen paaren. Außerdem versuchen sie, ihren Nachbarn - insbesondere den Blau-Hälsen - Reviere und Weibchen wegzunehmen, weshalb die Wissenschaftler sie als "Thronräuber" bezeichnen.
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Riesensepien: Kleine Männchen tun so, als seien sie Weibchen. (© Foto: Diliff, Verwendung gemäß GNU Lizenz für freie Dokumentatio)
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Die Blau-Hälse dagegen besetzen kleinere Reviere und konzentrieren sich vor allem darauf, eine möglichst große Zahl von Weibchen zu verteidigen, weshalb sie den Titel "Partnerwächter" tragen. Darüber hinaus kooperieren diese Männchen, wenn es darum geht, sich die Orangenen vom Hals zu halten.
Und schließlich sind da die Gelb-Hälse. Sie präsentieren ihre Färbung nicht, sondern halten sich bedeckt und machen sich heimlich an die Weibchen heran, wenn der Revierbesitzer gerade abgelenkt ist. Schleicher nennen die Forscher diese Tiere.
Wie beim Schere-Stein-Papier-Spiel
Da alle drei Männchen-Typen in der selben Gegend leben, kommt es natürlich immer wieder zu Konflikten. Erwischen die Blau- oder Orange-Hälse einen der gelbgefärbten Schleicher, jagen sie ihn aus ihrem Revier. Besonders effektiv sind darin die Tiere mit blauer Kehlkopffärbung.
Die orangegefärbten Machos dagegen sind meist viel zu sehr damit beschäftigt, auf den Putz zu hauen und der blauen Konkurrenz in der Nachbarschaft die Weibchen auszuspannen, als dass sie bemerken würden, was hinter ihrem Rücken vorgeht.
"Die männliche Konkurrenz", so stellten die Forscher fest "entspricht dem Schere-Stein-Papier-Spiel. Schleicher schlagen Thronräuber, Thronräuber schlagen Partnerwächter und diese schlagen die Schleicher."
Auf diese Weise kommt es zu mehrjährigen Zyklen, in denen die Populationen nacheinander von Tieren mit gelben, blauen oder orangenen Kehlen dominiert werden. Gibt es besonders viele Blaue, so sieht es schlecht aus mit der Fortpflanzung der Gelben.
Doch dann haben die Orangenen Gelegenheit, die blaue Konkurrenz zu überflügeln. Ist nun die Zahl der Orangenen stark angewachsen, schlägt die Stunde der Gelben, sich auf ihre Kosten heimlich, aber effizient zu vermehren. Davon profitieren allerdings auch die Blauen, denn wenn die Zahl der Orangenen schrumpft, gibt es wieder Raum für sie. Und ihnen schließlich sind die Gelben nicht gewachsen, so dass ihre Zahl in den nächsten Generation wieder abnimmt.
Interessant ist an diesem Fall vor allem, dass deutlich zu beobachten ist, wie sich drei unterschiedliche Strategien innerhalb derselben Art entwickelt haben, die letztlich auf das gleiche Erbgut zurückgehen - nur dass die betreffenden Gene in verschiedenen Allelen (Variationen) existieren.
Diese Beobachtungen legen den Gedanken nahe, dass Gen-Variationen auch bei weiteren Tierarten und vielleicht sogar bei Menschen unterschiedliche Verhaltensweisen hervorrufen könnten. In Bezug auf unsere Spezies bewegen sich solche Vorstellungen allerdings noch weitgehend im Raum der Spekulation.
Dass sich manche Menschen besonders in jenen Kleidern wohlfühlen, die typischerweise das andere Geschlecht trägt, lässt sich übrigens nicht mit den Beobachtungen im Tierreich vergleichen. Zur Definition des Transvestitismus gehört schließlich das Fehlen einer sexuellen Motivation.
Und transsexuelle Menschen, die sich tatsächlich als Angehörige des anderen Geschlechts wahrnehmen, verfolgen ganz sicher keine alternative Fortpflanzungsstrategie. Sie wollen nicht das andere Geschlecht "darstellen", um Partner zu finden. Für sich selbst "sind" sie das andere Geschlecht. Sie stecken nur im falschen Körper.
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(sueddeutsche.de/als)
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... die Merkel kam auch auf so eine Art und Weise zustande.