Sellafield Preis der Atomkraft

Das Atomkraftwerk Sellafield, Großbritannien.

(Foto: Getty Images)

Der britische Nuklearkomplex im englischen Sellafield wurde bereits 1957 durch ein Feuer beschädigt. Doch die Ruine des Plutoniumbrüters wartet noch immer auf den Abriss. Auch müssen Abfälle der radiochemischen Arbeiten entsorgt werden. Das wird London bis zum Jahr 2120 78 Milliarden Euro kosten.

Außerhalb der ehemaligen Sowjetunion und Japans gibt es wohl keinen Ort, der so verseucht ist wie Sellafield.

Der britische Nuklearkomplex, im Nordwesten Englands direkt an der Irischen See gelegen, vereinigte einst alle Teile des Uran- und Plutoniumkreislaufs an einem Ort: Brennelementefabriken, Kernreaktoren und Wiederaufbereitungsanlagen.

Die Abfälle der dort ausgeführten radiochemischen Arbeiten lagern teilweise in Teichen, Silos und leckenden Tanks auf dem Gelände. Außerdem müssen die Verwalter noch die Ruine eines 1957 bei einem Feuer beschädigten Plutoniumbrüters abreißen.

Das wird teuer, hat am Montag ein Komitee des britischen Unterhauses festgestellt.

Zurzeit rechnet man in London mit Gesamtkosten von 67,5 Milliarden Pfund (78 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2120 allein für Sellafield. Hinzu kommen weitere 32,5 Milliarden Pfund für die anderen Nuklearstandorte Großbritanniens.

Das ergibt zusammen eine grob überschlagene Summe von 100 Milliarden Pfund; tatsächlich erwarten die Abgeordneten weitere Steigerungen.

Im Jahr 2007 hatte man die Gesamtkosten noch auf 61 Milliarden Pfund geschätzt. Eine ganze Abfolge von Regierungen habe vor dem Problem des nuklearen Rückbaus versagt, kritisiert das Komitee.

Derzeit kosteten die Arbeiten in Sellafield bereits 1,6 Milliarden Pfund, und zwölf der 14 Projekte dort seien hinter dem Zeitplan zurück.