Schweinegrippe, Deutschland

"Menschen, die eine Schweinegrippe bei sich für möglich halten, haben keinen Zutritt zur Praxis", prangt an der Tür eines Arztes in Hannover. Behandelt werden die Patienten trotzdem, allerdings in einem separaten Raum. So drastisch dieses Einzelbeispiel anmutet - insgesamt hat Deutschland die Regeln im Umgang mit Schweinegrippe-Kranken entschärft.

Die Behörden fahnden längst nicht mehr nach allen Kontaktpersonen der Erkrankten, um diese in Quarantäne zu stecken. Allenfalls Menschen mit beruflichem Kontakt zu gefährdeten Gruppen dürfen beim Verdacht auf Schweinegrippe vorübergehend nicht arbeiten. Dazu gehören Ärzte, Krankenschwestern und Kindergärtnerinnen.

Laxer geht es auch bei der Erfassung der Fälle zu: Anders als in vielen anderen Ländern zählt Deutschland die Erkrankungen zwar noch, allerdings fließen in die Statistik nicht mehr nur die durch Laboranalysen bestätigten, sondern alle Fälle ein, bei denen eine Schweinegrippe wahrscheinlich ist.

Foto: dpa

27. Juli 2009, 14:13 2009-07-27 14:13:00  ©