Ein bayerischer Schweinegrippe-Patient hat möglicherweise zwei Menschen mit dem Virus infiziert. Der EU zufolge werden auch in Europa Menschen an dem Erreger sterben.
Einer der drei deutschen Schweinegrippe-Kranken hat möglicherweise weitere Menschen angesteckt. Es handelt es um einen Patienten, der im Regensburger Universitätsklinikum behandelt wird. Im Kreiskrankenhaus Mallersdorf, wo der 37-Jährige zuvor mehrere Tage lag, könnte er eine Krankenschwester und einen Zimmernachbarn infiziert haben.
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In dieser Klinik wurde einer der deutschen Schweinegrippen-Patienten behandelt - zuvor hat er möglicherweise zwei weitere Personen angesteckt. (© Foto: AP)
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Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken des Landkreises Straubing-Bogen, Alois Lermer, bestätigte am Donnerstag Medienberichte, wonach eine Schwester aus dem Raum Landshut vorbeugend mit Grippemitteln behandelt werde. Zudem zeige ein anderer Patient erste Symptome und sei deshalb in der Klinik isoliert worden. In beiden Fällen ist der Schweinegrippe-Erreger H1N1 noch nicht nachgewiesen worden.
In einem Verdachtsfall in Schwaben gab es inzwischen Entwarnung: Bei dem aus Mexiko zurückgekehrten Mann wurde nach Angaben des Landratsamtes Donauwörth das mutierte Virus H1N1 nicht nachgewiesen.
Neue bestätigte Fälle gebe in Deutschland bislang nicht, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts Jörg Hacker in Berlin. Zurzeit gingen die Behörden acht Verdachtsfällen nach, wobei die Zahl ständig variiere. Es sei kein Fall darunter, der besonders auffalle. Alle Personen seien entweder selbst in Mexiko gewesen oder hätten Kontakt zu einer vor dort kommenden Person gehabt.
Trotz einer erhöhten Pandemie-Warnstufe der WHO sehen Experten für Deutschland weiterhin kein Risiko für die Allgemeinbevölkerung. Im Moment sei "kein Grund zu Aktionismus, kein Grund für Panik", sagte Hacker.
Weltweit wächst jedoch die Sorge um die Ausbreitung des Schweinegrippevirus . Am späten Mittwochabend hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie-Alarmphase wegen der rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe von vier auf die zweithöchste Stufe fünf angehoben.
Phase fünf bedeutet, dass das neue Grippevirus in mindestens zwei Ländern einer Region von Mensch zu Mensch übertragen wird, dass eine Pandemie droht und die Zeit für Gegenmaßnahmen knapp wird. WHO-Chefin Margaret Chan mahnte zu entschlossenem Handeln gegen die Schweinegrippe.
Wegen der schnellen Ausbreitung der Schweinegrippe kommen die EU-Gesundheitsminister heute zu einem Sondertreffen in Luxemburg zusammen. Sie wollen ein gemeinsames Vorgehen bei der Bekämpfung der Krankheit und mögliche Reisewarnungen beraten. Für Deutschland wird Gesundheitsministerin Schmidt an dem Treffen teilnehmen.
"Die Frage ist nicht, ob Menschen sterben, sondern wie viele"
Die EU-Kommission rechnet mit Todesopfern durch die Schweinegrippe auch in Europa. "Menschen werden dadurch sterben, es ist nicht die Frage, ob Menschen sterben werden, sondern wie viele", sagte der EU-Generaldirektor für Gesundheit, Robert Madelin, in Brüssel. "Werden es Hunderte, Tausende oder Zehntausende sein", fragte der EU-Beamte.
Zugleich bemühte sich die Kommission um Beruhigung: "Wir kennen nicht das Ausmaß der Pandemie. Aber Europa ist besser vorbereitet als jemals zuvor", sagte Madelin. Ein Impfstoff könne innerhalb von 100 Tagen in Europa zur Verfügung stehen.
Das EU-Seuchenkontrollzentrum (ECDC) bezifferte die Zahl der weltweit bestätigten Schweinegrippe-Erkrankungen am Donnerstagmorgen auf 174. Davon entfallen 155 auf Länder außerhalb der EU und 19 auf EU-Länder. Sieben Menschen sind demnach bisher in Mexiko an der Krankheit in Mexiko. Nach Angaben mexikanischer Behörden fiel allerdings inzwischen ein weiterer Mensch dem Virus zum Opfer. In den USA starb ein kleines Kind.
Innerhalb der Europäischen Union seien in den vergangenen 24 Stunden 15 neue Fälle gemeldet worden, hieß es aus Stockholm weiter. Die einzelnen Länder mit den insgesamt 19 Fällen sind: Spanien (10), Großbritannien (5), Deutschland (3) und Österreich (1). Alle Erkrankungen in Europa hätten bisher einen "milden Verlauf". Aus der Schweiz wurde am Donnerstagmorgen der erste bestätigte Fall von Schweinegrippe gemeldet.
Inzwischen wurde aus Europa ein weiterer Erkrankungsfall bekannt, der noch nicht in den ECDC-Zahlen enthalten ist: Ein dreijähriges Mädchen aus den Niederlanden hat sich nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums bei einem Besuch in Mexiko mit dem Erreger infiziert.
Außerhalb Europas betroffen sind Mexiko, USA, Kanada, Israel, Neuseeland, Peru und Costa Rica.
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(dpa/Reuters/AFP/AP/liv/bavo)
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Das derzeitige Wetter ist doch noch VIEL bedrohlicher - strahlender Sonnenschein in Berlin seit 3 Wochen!!! Hautkrebs, Klimawandell, Ozonalarm, Feinstaubbelastung und der kleine Eisbär auf der letzten schmilzenden Scholle...
Na, dann am besten Fenster und Vorhänge zu und erst in den Biergarten wenn es wieder regnet.
Bislang gab es nicht mehr Tote, als bei jeder anderen Grippewelle auch.
Warum sind sie / die Medien / die Regierungen dann so nervös?
Der Sicherheitsgurt ist ein geeignetes Mittel, um auf kostengünstige Art und Weise Gefahren des Strassenverkehrs abzuschwächen. Dabe muss man sich bewusst sein, dass der Sicherheitsgurt sowie Airbags, ABS, etc. auch risikoerhöhend sind. Denn im Bewusstsein der hohen Sicherheitsvorkehrungen fährt es sich leichter und unachtsamer. Wenn in der Mitte des Lenkrads ein auf den Fahrer gerichtetes Messer warten würde, gäbe es sicher weniger Raser und Unfälle als bei Gurten, Airbags, usw.
Bei der Schweinegrippe ist noch vollkommen unklar, wie gefährlich sie wirklich ist. Nur weil wir seit ein paar Jahren die Pandemie erwarten, muss sie nun nicht kommen. Teuer Maßnahmen, dere Wirksamkeit vielleicht noch umstritten ist, sollten daher vermieden werden.
(Nachtrag...) Außerdem, ich frage mich wirklich, welches idyllische Zusammenleben von eurasischen und nordamerikanischen Schweinen, Vögeln und Menschen zur Mischung des Genoms des Schweinegrippevirus geführt hat.
@JoJoGerster. Nun, für gewisse Risiken gilt, was Sie sagen.
Aber darum geht es hier doch, daß es keine kategorische Wahrheit gibt.
Weder sollten wir Risiken ganz auszuschließen versuchen, noch sollten wir einem Risiko, wenn es nur natürlich ist, teilnahmslos gegenüberstehen.
Die Frage ist: "Ab wann?"
Ist es nicht lächerlich, daß man sich anschnallen muß, wegen des hohen Risikos in der 30 Zone durch die Frontschutzscheibe zu fliegen, aber andererseits man nichts tun kann, um den Verlauf einer Epedemie einzugrenzen?
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