Erste Schweinegrippe-Viren sind gegen das Medikament Tamiflu resistent. Doch sein Nutzen war schon vorher fraglich.
Gegen eine Grippe half früher nur Bettruhe. Heute ist das im Grunde nicht viel anders, aber viele Ärzte und Patienten hoffen angesichts der mitunter tödlich verlaufenden Krankheit auf zwei Medikamente - Tamiflu und das weniger bekannte Relenza. Die Grippe-Medikamente sind allerdings alles andere als Wunderwaffen; und sie werden bereits stumpf.
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In Dänemark ist der erste Fall bekannt geworden, in dem Tamiflu bei Schweinegrippe völlig wirkungslos war. Die Viren eines Patienten haben sich von dem Mittel nicht stoppen lassen, wie das staatliche Serum-Institut in Kopenhagen bestätigte. Da die Schweinegrippe meist milde verläuft, ist der Patient aber auch so schon wieder gesund.
Die erste nachgewiesene Resistenz von Schweinegrippe-Viren verdeutlicht nur einen allgemeinen Trend: Seit Jahren beobachten Fachleute, dass Tamiflu und Relenza immer häufiger nutzlos sind. Erst im Januar meldete die US-Gesundheitsbehörde CDC, dass "ein großer Anteil" der amerikanischen Patienten, die an der üblichen Wintergrippe erkrankt waren, gegen Tamiflu resistente Viren im Blut habe.
In Deutschland galt dies im vergangenen Winter für etwa fünf Prozent der Patienten, wie die Zeitschrift Arznei-Telegramm berichtete: "Die Daten zeigen erneut, mit welcher Geschwindigkeit sich Resistenzen gegen Tamiflu ausbreiten." Ein Jahr zuvor hätten in den USA noch 89 Prozent aller getesteten Viren auf Tamiflu angesprochen.
Ob die millionenschweren Vorräte an den Grippe-Medikamenten, die viele Regierungen für den Fall einer tödlichen Pandemie angehäuft haben, gut angelegt sind, ist daher mehr als fraglich. Die Mittel können den Krankheitsverlauf allenfalls abmildern und um etwa eineinhalb Tage verkürzen; ob sie Leben retten, ist völlig unklar.
Dafür haben sie aber unerwünschte Folgen. Mit Tamiflu bekommen Patienten sehr häufig Kopfschmerzen und leiden unter Erbrechen. Zudem wird inzwischen im Beipackzettel davor gewarnt, dass das Mittel zu Verwirrtheit und suizidalem Verhalten führen kann. Mehrfach wurde von Sprüngen aus dem Fenster nach der Einnahme von Tamiflu berichtet.
Zwar hat eine vom Gesundheitsministerium in Tokio durchgeführte Untersuchung keinen Zusammenhang finden können. Aber das könnte auch andere Gründe haben. Der Vorsitzende der Untersuchungskommission hat eingeräumt, umgerechnet rund 58.000 Euro vom japanischen Tamiflu-Importeur erhalten zu haben.
Ob Mobiltelefone oder drahtloses Internet krank machen können, wird eifrig diskutiert, und es gibt in jedem Haushalt eine Fülle weiterer Sender. Ein Schwerpunkt dazu, was die Forschung über deren Wirkung weiß. Jetzt lesen ...
(SZ vom 01.07.2009/beu)
World Press Photography Award 2011
Am meisten verdient die Pharmaindustrie, wenn schon vorher heftig getrommelt wird und massenhaft Sicherheitseinkäufe von noch nicht Kranken erfolgen. Da liegen dann die Werte allergrößtenteils wertlos und gelangweilt im Apothekerschränkchen rum. Am besten wirkt das Mittel, wenn es ein Artzt erst dann verschreibt, wenn es wirklich nötig ist.
Im obigen Artikel steht wörtlich:
"Die Mittel können den Krankheitsverlauf allenfalls abmildern und um etwa eineinhalb Tage verkürzen; ob sie Leben retten, ist völlig unklar."
Nun, so kann ich es als Arzt nicht stehenlassen. Zunächst einmal ist festzustellen, dass Tamiflu absolut eine Wirkung hat, solange keine Resistenzen bestehen.
(Das Resistenzproblem kennen wir übrigens bei allen Mitteln gegen Viren, Bakterien, Pilzen und Tumoren. Tamiflu ist hier überhaupt gar keine Ausnahme. Im Gegenteil. Es ware bisher eher günstig, dass bis vor kurzem keine Resistenzen gegen die Schweinegrippe beobachtet wurden.)
Im günstigen Fall (und das sind erwartungsgemäß noch die allermeisten Fälle) unterdrückt Tamiflu die Virusvermehrung und schaltet damit automatisch die mit einer Grippe verbundenen Symptome aus. Ich habe es bereits selbst am eigenen Körper ausprobiert. *Es wirkt*. Ich fühlte mich nur wenige Stunden nach Einnahme von allen Grippesymptomen "geheilt".
Da Grippesymptome gegebenenfalls auch lebensbedrohlich werden können, steht daher völlig außer Zweifel, dass Tamiflu auch Leben retten kann.
Tamiflu wird 5 Tage lang eingenommen, während eine "normale Grippe etwa 14 Tage andauert. Durch die Hemmung der Virusvermehrung in den ersten 5 Tagen bricht also die Grippesymptomatik gar nicht wirklich aus. Somit hat man eine Verkürzung der Symptomatik um mehr als eine Woche.
Um 1 1/2 Tage verkürzt wird die Zeit der Virusvermehrung selbst. Dies ist die Zeit, in welcher man als Patient *ansteckend* für andere ist. Sie dauert bei einer normalen Grippe etwa 1 Woche. Aber unter Grippesymptomen leidet man gewöhnlich eine weitere Woche, eben aufgrund einer allgemeinen "Entzündungsreaktion" des ganzen Körpers auf die Grippeviren. Und diese insgesamt 2 Wochen sind die Zeit, für welche man sich als Patient "interessiert", und diese "Leidenszeit" wird deutlich verkürzt, solange man Tamiflu beim ersten Anzeichen der Grippe einnimmt.
FA
P.S.: Ich erkläre hiermit ausdrücklich, dass ich in keinster Weise mit dem Hersteller von Tamiflu in irgend einer zusammenarbeitenden Verbindung stehe, sondern vollkommen unabhängiger Arzt bin.
Verschwörungen... überall Verschwörungen...
Eine Frage! wann verdient ein Pfarmamittelherstellter mehr? wenn er wirksame Mittel nur an tatsächlich Kranke verkauft? oder wenn er unwirksame Placebos und Allheilmittel an eine krank geredete, krank suggerierte, krank marketierte Gesellschaft verkauft?
Die Antwort kennen wir alle...angeblich...trotzdem verkaufen die das Zeug wie warme Semmeln (und die Leute gehen damit genauso "Verantwortungsvoll" um wie mit den besagten Semmeln).
Ach ja! Heath Ledger und jetzt angeblich auch Jackson sind an Medikamenten gestorben. Hätte man nur eine Spur Alkohol oder ein Nikotinatom bei denen entdeckt, gebe es wieder ein grosser Aufschrei nach Verbot. Verbietet doch mal Medikamente...na los traut euch!