Mit jedem neuen Todesfall erwägen die Behörden weitere Maßnahmen. Bis Montag wurden in Mexiko bereits mehr als 100 Tote gemeldet, offiziell 22 von ihnen eindeutig wegen des Erregers H1N1. 1600 Menschen zeigten verdächtige Symptome, 400 von ihnen lägen in Krankenhäusern, informierte Gesundheitsminister José Ángel Córdova. Bei 900 Patienten sei Besserung festzustellen. Mindestens in den ersten 48 Stunden einer spürbaren Erkrankung mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und Husten seien die Medikamente sehr effektiv, sagte Córdova, der im Rahmen des Notstands mit Sondervollmachten ausgestattet wurde. Man werde weiterhin alles tun, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Aber was?

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Der Schulunterricht fällt bis zunächst 6. Mai aus. Die Ausstellungen, Theater und meisten Kinos sind geschlossen, die Bars und Restaurants viel schlechter besucht als zuvor. Feste und Konzerte werden abgesagt. Touristen, sofern sie geblieben sind, müssen auf weltberühmte Attraktionen wie das Anthropologische Museum am Chapultepec-Park, die ehemalige Residenz der Malerin Frida Kahlo und die Pyramiden von Teotihuacan verzichten. Die Fußballspiele in Stadien wie dem Estadio Azteca, 1970 und 1986 Schauplatz des WM-Finales, fanden erstmals ohne Zuschauer statt.

Armeemitglieder suchen nach Kranken. Doch es sieht so aus, als sei dies nicht genug. "Diese Woche ist kritisch, und wir müssen alles Menschenmögliche tun, um die Ausbreitung zu bremsen", erklärte Bürgermeister Marcelo Ebrard. Die Regierung erwägt, die öffentlichen Verkehrsmittel nicht weiter fahren zu lassen. Allein in der Metro von Mexiko-Stadt drängen sich täglich 4,5 Millionen Pendler.

So gelähmt war dieser Moloch selten. Präsident Felipe Calderón versucht zu beruhigen: Man müsse schnell und zuverlässig handeln, allerdings sollten die Bürger auch "die Ruhe bewahren und mit den Behörden zusammenarbeiten", bat er in einer Fernsehansprache. Doch inzwischen sind erste Anzeichen von Panik spürbar, seitdem sich auch Soldaten und Mariachis Nase und Mund bedecken. Schon jetzt leiden obendrein Image und Wirtschaft.

Die Weltbank hat 205 Millionen Dollar bereitgestellt, aber die Verluste sind bereits wesentlich höher. Dem Ruf des Reisezieles Mexiko schadet die Epidemie noch mehr als der Drogenkrieg. Die Fluggäste werden weniger, China und Russland blockieren außerdem den Import von mexikanischem Rindfleisch.

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  1. Sicher ist nur die Angst
  2. Sie lesen jetzt Mexikos Armee sucht nach Kranken
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(SZ vom 28.04.2009/beu)